28.03.2020 18:11

Risikopatient (55)

Er lag 8 Tage im Koma und überlebte Corona

Der Innerschweizer Raul Norinha (55) erkrankte schwer am Coronavirus und musste gar ins künstliche Koma versetzt werden. Mittlerweile ist er aber auf dem Weg der Besserung. Seine Tochter Sara (30) spricht von einem Wunder.

von
J. Ullrich
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Raul Norinha aus Ennetbürgen NW ist Anfang März am Coronavirus erkrankt. Der Zustand des 55-Jährigen verschlechterte sich rasch.

Raul Norinha aus Ennetbürgen NW ist Anfang März am Coronavirus erkrankt. Der Zustand des 55-Jährigen verschlechterte sich rasch.

privat
«Am 15. März wurde uns mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand von meinem Papi so schlimm verschlechtert hat, dass er auf die Intensivstation verlegt, ins künstliche Koma versetzt und beatmet werden muss», sagt seine Tochter Sara zu 20 Minuten

«Am 15. März wurde uns mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand von meinem Papi so schlimm verschlechtert hat, dass er auf die Intensivstation verlegt, ins künstliche Koma versetzt und beatmet werden muss», sagt seine Tochter Sara zu 20 Minuten

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«Als es hiess, dass seine Überlebenschancen sehr schlecht aussehen, haben wir gebetet und immer daran festgehalten, dass er wieder aufwachen wird. Das rate ich auch allen: Nie die Hoffnung aufzugeben, egal wie schlecht es zuerst scheinen mag», so die 30-Jährige.

«Als es hiess, dass seine Überlebenschancen sehr schlecht aussehen, haben wir gebetet und immer daran festgehalten, dass er wieder aufwachen wird. Das rate ich auch allen: Nie die Hoffnung aufzugeben, egal wie schlecht es zuerst scheinen mag», so die 30-Jährige.

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«Dass mein Papi das Coronavirus überlebt hat, ist für uns alle ein Wunder», sagt die 30-jährige Sara Liniger zu 20 Minuten. Ihr Vater, Raul Norinha aus Ennetbürgen NW, ist Anfang März am Covid-19-Erreger erkrankt. Zu dieser Zeit waren in der Schweiz nicht einmal die Grenzen zu Italien geschlossen, es gab auch weniger als hundert Infizierte. «In der ersten Märzwoche bemerkte mein Papi grippeartige Symptome. Er bekam starke Kopf- und Gliederschmerzen und suchte einen Arzt auf. Dieser diagnostizierte einen bakteriellen Infekt und verordnete Antibiotika», erzählt die medizinische Praxisassistentin.

Doch auch das Antibiotika änderte nichts an den Symptomen von Raul Norinha. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen verschlechterte sich - Husten kam hinzu. «Als ich merkte, dass es meinem Vater nicht gut geht, habe ich ihn ins Kantonsspital Nidwalden einweisen lassen. Schliesslich leidet er schon an Sarkoidose, einer Lungenerkrankung, und gilt somit als Risikopatient», so Sara. Am 10. März folgte endlich die Gewissheit: Raul und seine Frau wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Wo sich die Familie mit dem Coronavirus infizierte, ist noch unklar. Eine stationäre Behandlung wurde zuerst abgelehnt, da der 55-Jährige keine Atemprobleme hatte.

«Ärzte waren für uns da und machten Videoanruf möglich»

Einen Tag später änderte sich die Situation aber bereits: «Er wurde ins Spital eingeliefert. Am 15. März wurde uns mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand von meinem Papi so schlimm verschlechtert hat, dass er auf die Intensivstation verlegt, ins künstliche Koma versetzt und beatmet werden muss.» Besuche der Familie seien aufgrund der Quarantäne-Auflagen nicht möglich gewesen, so die 30-Jährige. «Die Ärzte sagten uns, dass uns nichts anderes bleibt, als abzuwarten. Sie haben sich aber immer Zeit genommen und uns gesagt, wie es dem Papi geht. Wir konnten ja nicht zu ihm und ihm keine Kraft geben.» Auch ein Videoanruf wurde durch das Klinikpersonal möglich gemacht, während der Vater im Koma lag, so Sara.

«Als es hiess, dass seine Überlebenschancen sehr schlecht aussehen, haben wir gebetet und immer daran festgehalten, dass er wieder aufwachen wird. Das rate ich auch allen: Nie die Hoffnung aufzugeben, egal wie schlecht es zuerst scheinen mag», so die gläubige Christin, die in die Freie Christengemeinde Aarau geht.

"Mein Papi hat vor Glück nur noch geweint"

Erst nach acht Tagen konnte die Familie aufatmen: «Am letzten Sonntag haben sie die Schlafmedikamente abgesetzt und er hat angefangen, die Augen aufzumachen. Am Montag hat er mich sogar via Facetime angerufen. Er hat eigentlich nur vor Glück geweint, es war sehr emotional», erzählt die 30-Jährige. Mittlerweile soll der 55-Jährige sogar wieder aufstehen und laufen können. Auch von der Intensivstation wurde er mittlerweile entlassen.

Nebst Saras Eltern sind auch weitere Angehörige an dem Virus erkrankt. «Alle Brüder meines Vaters mussten hospitalisiert werden. Aber mittlerweile sind alle ausser meinem Papa wieder entlassen wurden. Die ganze Familie ist endlich ausser Lebensgefahr», sagt die 30-Jährige.

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