Aktualisiert 18.09.2014 13:06

Hauptverdächtiger

Er plante Enthauptungen in Australien

Mohammed Ali Barjalei soll zusammen mit einem jetzt Verhafteten den grausigen Plan ausgeheckt haben: Sie wollten australische Zivilisten vor laufender Kamera ermorden.

von
kmo

Für die australische Terrorbekämpfung ist Mohammed Ali Barjalei ein alter Bekannter. Die Behörden bezeichnen ihn als erstes australisches Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Zusammen mit Gleichgesinnten rekrutierte er seit längerem neue Kämpfer auf dem Kontinent.

Laut Recherchen der «ABC» hält er eine Vertrauensposition in der Einsatzleitung der Terrormiliz inne. Der 33-Jährige soll einer angesehenen afghanischen Familie entstammen, mit der er als Flüchtling nach Australien ausgewandert war. Barjalei arbeitete als Türsteher in einem Nachtclub in Kings Cross, einem Vorort von Sydney, und als Teilzeitschauspieler. Seine Leidenschaft aber galt dem islamischen Glauben.

Wie «ABC» weiter schreibt, führte Barjalei die «Street Dawah»-Bewegung an, die Menschen auf der Strasse vom Islam überzeugen wollte. Laut Angaben der Behörden reiste Barjalei im April 2013 nach Syrien, um mit der damals noch unter der Bezeichnung Isis operierenden Terrormiliz IS zu kämpfen. Danach rekrutierte er aktiv Australier für den IS. Er soll mindestens die Hälfte der rund 60 für den IS kämpfenden Australier angeworben haben - unter ihnen auch Khaled Sharrouf aus Sydney, der seinen Sohn mit dem Kopf eines Enthaupteten posieren liess.

Doch nun soll Barjalei Grösseres vorgehabt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass er zusammen mit Omarjan Azari den Plan ausgeheckt hatte, zufällig ausgewählte australische Zivilisten zu entführen und sie vor laufender Kamera zu enthaupten. Danach wollten sie die Leichen in die Flagge des IS hüllen. Die Videos wollten sie dann dem Medienzentrum der IS-Terromiliz senden, damit diese die Filme verbreiten kann.

Azari ist eine der 15 Personen, welche die australische Polizei am Donnerstag verhaftete. Der 22-Jährige hat ebenfalls afghanische Wurzeln und wohnte in Guildford, einem Vorort von Sydney. Laut Staatsanwalt Michael Allnutt stützen sich die Vorwürfe gegen Azari und die anderen Männer auf ein Telefongespräch, das der Geheimdienst diese Woche abgehört hatte. Sie hätten nur ein Ziel gehabt, sagte Allnutt laut der australischen «Sky»: die Allgemeinheit zu «schockieren» und zu «entsetzen». Gegen Azari wurden noch am Donnerstag offizielle Beschuldigungen erhoben.

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