Vater von Oussama Khacia: «Er rief mich an und sagte mir, mein Sohn sei tot»
Aktualisiert

Vater von Oussama Khacia«Er rief mich an und sagte mir, mein Sohn sei tot»

Oussama Khacia soll tot sein. Der Jihad-Anhänger musste im November die Schweiz wegen Verbreitung von IS-Propaganda verlassen. Seine Familie verteidigt ihn.

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tab
Oussama Khacia war bekennender IS-Fan und verherrlichte auf sozialen Netzwerken den Jihad und die Scharia.

Oussama Khacia war bekennender IS-Fan und verherrlichte auf sozialen Netzwerken den Jihad und die Scharia.

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Ist der Jihad-Anhänger Oussama Khacia, der kürzlich wegen Verbreitung von IS-Propaganda aus der Schweiz abgeschoben wurde, wirklich tot? In seinem Elternhaus bleiben trotz der Trauer viele Fragen offen. Vor allem: Wo ist seine Leiche?

Beweise für seinen Tod gibt es keine – nur ein Telefonat liefert ein Indiz. Laut «Varese News» hat ein Unbekannter Khacias kontaktiert. «Er sagte mir nur, dass Oussama tot sei, und bekundete sein Beileid», sagte Brahim Khacia zur Zeitung.

«Er hatte ein schwieriges Leben»

Die Aussage des mysteriösen Anrufers sei nur deshalb glaubwürdig, weil dieser offenbar im Besitz der Dokumente und Telefonnummern von seinem Sohn war, sagt Brahim weiter. «Diese trug er immer bei sich in seiner Innentasche.»

Khacias Familie verteidigt den IS-Sympathisanten: «Er hatte ein schwieriges Leben», so die Schwester Amina. Nach seiner Ausweisung aus Italien habe man ihn gejagt und in Marokko während 24 Stunden festgehalten und befragt.

Arbeit als Schweisser

Er habe sein Heimatland schliesslich verlassen und sei nach Zürich geflogen, sagt Amina weiter. «Er hatte eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung.» In der Schweiz habe er sich aber nicht sicher gefühlt. «Er wurde beschattet, er hatte Panik, entführt zu werden.»

Er habe schliesslich eine Arbeit gefunden, wo er 7000 Euro im Monat verdiente – «als Schweisser war er unglaublich begabt», so die Schwester. Er habe die Arbeit aber aufgeben müssen. «Er erzählte mir, es seien immer mindestens vier Leute hinter ihm her gewesen.»

Nach Syrien zum IS gereist?

Seit Juli hatte die Familie jedoch keinen Kontakt mehr mit Khacia. Sie hätten ihn mit allen möglichen Mitteln versucht zu erreichen, auch via Facebook. Doch zurück kam nichts mehr.

Auf Whatsapp war Khacia zum letzten Mal am 28. Oktober aktiv. Viele nehmen an, dass er nach seiner Ausweisung aus der Schweiz nach Syrien gereist ist, um dort den neuen Islamischen Staat zu sehen. Das seien aber nur Vermutungen, sagt die Familie: «Wir wissen nicht, wo unser Sohn ist. Wir warten lieber, bevor wir etwas sagen.»

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