Amoklauf in Texas: «Er hatte nie Pläne mit seinen Freunden»

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Amoklauf in Texas«Er hatte nie Pläne mit seinen Freunden»

Nach dem tödlichen Amoklauf in Texas werden mehr Details über den Schützen bekannt – so auch ein angeblicher Kontakt zu einem Mädchen in Frankfurt am Main. Zudem rückt das Thema Waffen wieder in den Fokus.

Ein 18-jähriger Amokläufer tötete 21 Menschen an einer Grundschule in Uvalde, Texas. Sein Grossvater verspürt grossen Schmerz für die Opfer und deren Familien.

Darum gehts

  • Der Schütze schickte laut CNN auch Videos von sich an das Mädchen aus Frankfurt am Main.

  • Kurz vor der Tat soll er sich bei ihr per Textnachricht über seine Grossmutter beschwert haben.

  • Laut dem Grossvater des Täters sei er «eine ruhige Person gewesen». 

Das schlimmste Schulmassaker in den USA seit zehn Jahren sorgt für Entsetzen. An der Robb Elementary Grundschule in Uvalde, Texas, tötete der 18-jährige Salvador Ramos mindestens 19 Schulkinder und zwei Lehrerinnen. Der Angreifer, dessen Motiv zunächst unklar blieb, wurde von Polizisten erschossen.

CNN berichtete, dass der Schütze kurz vor dem Massaker auch Textnachrichten an ein Mädchen aus Deutschland geschickt habe. Die 15-Jährige soll seit Anfang Mai in Kontakt mit dem Schützen gestanden haben, wie der Sender unter Berufung auf Chatprotokolle und ein Gespräch mit dem Teenager aus Frankfurt am Main berichtete. Der Schütze schickte dem Sender zufolge auch Videos von sich an das Mädchen. «Er sah glücklich aus und fühlte sich wohl im Gespräch mit mir», zitierte CNN das Mädchen.

«Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden»

Kurz vor der Tat soll er sich per Textnachricht über seine Grossmutter beschwert haben. Dann habe er dem Mädchen mitgeteilt, der 66-Jährigen in den Kopf geschossen zu haben. Die Frau überlebte. Der Schütze habe dem Mädchen im Anschluss auch geschrieben, in einer Grundschule um sich schiessen zu wollen, so CNN. Das sei die letzte Nachricht an das Mädchen in Deutschland gewesen. «Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden», sagte das Mädchen CNN zufolge weiter. Der Grossvater des Schützen sagte dem Sender ABC, dass sein Enkel nicht viel geredet habe. «Er war sehr ruhig.»

Bei einer Mahnwache in Uvalde am Mittwochabend trauerten Anwohner um die Opfer. «Ihr könnt weinen, denn unsere Herzen sind gebrochen. Wir sind am Boden zerstört», sagte Pastor Tony Gruben von der Baptist Temple Church. Wie der «Texas Tribune» berichtete, fanden sich rund 1000 Menschen in einem Mehrzweckstadion der Kleinstadt ein, um mit Gebeten und Gesang der Opfer zu gedenken. Auf Englisch und Spanisch sprachen Pastoren verschiedener örtlicher Kirchen vor der versammelten Menge.

Amoklauf heizt Debatte über strengere Waffengesetze an

Unterdessen kocht die Debatte über strengere Waffengesetze in den USA weiter hoch. Bei der Pressekonferenz mit Republikaner Abbott in Uvalde kam es sogar zu verbalen Ausfällen. Der Demokrat O’Rourke befand sich während der Veranstaltung im Publikum und warf dem Republikaner vor, nichts gegen die grassierende Waffengewalt in den USA zu unternehmen.

Der 49-Jährige will bei der nächsten Gouverneurswahl in Texas im November gegen Abbott antreten. Abbott reagierte auf die Vorwürfe nicht, während andere Offizielle O’Rourke zur Ordnung riefen und ihn dazu aufforderten, den Saal zu verlassen. Ein Mann rief O’Rourke zu: «Sie fallen aus dem Rahmen und Sie sind peinlich.» Ein anderer Mann beschimpfte den Demokraten wüst und sagte: «Ich kann nicht fassen, dass Sie ein kranker Bastard sind, der aus einer Sache wie dieser ein politisches Thema machen will.» O’Rourke verliess nach der verbalen Auseinandersetzung den Raum. «Wir können etwas tun», sagte er im Anschluss sichtlich aufgebracht vor laufenden Kameras. Abbott kümmere sich mehr um seine politische Karriere als die Menschen in Texas. «Das ist gestört», rief O’Rourke.

«Das ist gegen den gesunden Menschenverstand» 

Das Recht auf Waffenbesitz in den USA ist in der Verfassung verankert. Der entsprechende Passus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Biden betonte, bei der Verabschiedung des zweiten Verfassungszusatzes habe es bestimmte Waffen noch gar nicht gegeben. Dass ein 18-Jähriger heute einfach in ein Geschäft gehen könne, um Kriegswaffen zu kaufen, sei nicht richtig. «Das ist gegen den gesunden Menschenverstand.» Der US-Präsident kündigte an, er wolle «in den nächsten Tagen» mit seiner Ehefrau Jill nach Texas reisen und sich dort mit Familien treffen. 

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(DPA/bho)

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