Heiden AR: «Er schlug seinen Kopf gegen den Boden»

Aktualisiert

Heiden AR«Er schlug seinen Kopf gegen den Boden»

Der 52-jährige X.I. ist am Sonntag in Heiden AR bei einem Streit niedergestochen worden und gestorben. Der mutmassliche Täter I.D. wurde verhaftet.

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jeh
taw
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Am Sonntagabend kam es in Heiden im Bereich der Zufahrt des Schulhauses Wies zu einer Auseinandersetzung.

Am Sonntagabend kam es in Heiden im Bereich der Zufahrt des Schulhauses Wies zu einer Auseinandersetzung.

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Dabei erlitt ein 52-Jähriger eine tödliche Stichverletzung.

Dabei erlitt ein 52-Jähriger eine tödliche Stichverletzung.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Das Opfer wohnte mit seiner Familie nur unweit des Tatorts entfernt.

Das Opfer wohnte mit seiner Familie nur unweit des Tatorts entfernt.

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Beim Schulhaus Wies in Heiden kam es am Sonntagabend zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen. Darin involviert war der mutmassliche Täter I.D.* aus dem Kosovo und das Opfer X.I.* aus Serbien. «Ich sah aus wenigen Metern Entfernung, wie sich etwa fünf Männer gegenseitig anrempelten und boxten», erzählt eine Nachbarin. Da habe plötzlich ein grösserer Mann einen kleineren zu Boden gerissen, auf ihn eingeschlagen und seinen Kopf gegen den Boden geschlagen. «Dann sind die Männer weggerannt», so die Zeugin. Kurze Zeit später sei eine Frau aus einem Haus gekommen und habe versucht, die Wunde des Mannes mit einem Tuch zu säubern. Sie habe nach einem Krankenwagen geschrien.

Eine Anwohnerin, die schräg gegenüber vom Tatort wohnt, hörte zur Tatzeit grosses Geschrei und Lärm. Laut der 56-Jährigen brüllten sich die Personen an. «Dann plötzlich hörte ich jemanden vor Schmerz schreien. Das ging durch Mark und Bein», so die Anwohnerin.

Täter meldete sich bei der Polizei

Als die alarmierte Polizei nach 18.20 Uhr am Tatort eintraf, fand sie den schwer verletzten 52-jährigen X.I. vor. Die Stichverletzungen waren so schwer, dass der Mann trotz Versorgung vor Ort und Transport ins Spital verstarb. Der 49-jährige I.D. aus dem Kosovo habe sich später telefonisch bei der Polizei gemeldet und sei darauf an seinem Wohnort verhaftet worden, hiess es weiter. Dort fand die Polizei auch die mögliche Tatwaffe. Der mutmassliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung eröffnet.

Laut Recherchen von 20 Minuten wohnte das Opfer nur gerade 20 Meter vom Tatort entfernt. Nachbarn beschreiben das Opfer und seine Familie als freundlich, sie hätten stets gegrüsst. Der mutmassliche Täter wohnt ebenfalls in Heiden. Die Polizei geht davon aus, dass sich Täter und Opfer gekannt haben. «Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passiert. Er uns seine Familie waren immer friedlich», sagt ein Nachbar des mutmasslichen Täters. Dieser ist Vater von drei Kindern.

Streit während eines Fussballfests

Die Polizei vermutet, dass der Tat ein Streit am Rande eines Fussballfests in Heiden in der Nacht auf Sonntag vorangegangen sei. Ein Sohn des mutmasslichen Täters hatte laut einem Nachbarn offenbar am Samstag eine Auseinandersetzung mit einem Sohn des Opfers. Gemäss Recherchen von 20 Minuten kennen sich die Söhne A.I.* und G.D.* bereits seit Jahren. Offenbar hatten beide an jenem Abend zu viel getrunken und so sei eine Pöbelei in eine Schlägerei ausgeartet.

Der FC Heiden weiss nichts von einem Streit am Fussballfest, wie Hanspeter Giezendanner, Präsident des FC Heiden, auf Anfrage von 20 Minuten sagt.

Die Ermittlungen zum Tathergang und zum Gegenstand des Streits sind nach Auskunft eines Polizeisprechers im Gang. Es werde noch abgeklärt, ob allenfalls noch weitere Personen gesucht werden, sagte der Sprecher. Nach jetzigem Stand sind laut Polizeiangaben weder der mutmassliche Täter noch das Opfer polizeilich bekannt.

Der Schulbetrieb beim Schulhaus Wies ging am Montag seinen gewohnten Gang.

*Namen der Redaktion bekannt (jeh, taw/sda)

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