Kansas: Er schrie «Heil Hitler» und schoss
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KansasEr schrie «Heil Hitler» und schoss

Ein ehemaliger Soldat und KKK-Führer schoss vor jüdischen Gemeinschaftszentren wahllos auf Menschen. Drei Menschen wurden getötet, darunter auch ein 14-jähriges Kind und dessen Grossvater.

von
bee

Ein Rentner und ehemaliges Mitglied des Ku-Klux-Klans (KKK) hat am Sonntag vor zwei jüdischen Einrichtungen im US-Staat Kansas auf Menschen geschossen. Drei Personen wurden getötet – unter den Opfern sind auch der 14-jährige

Reat Griffin Underwood und sein Grossvater William Lewis Corporon (69). Die beiden wurden vor einem Gemeindezentrum in Overland Park getötet und hatten sich im Auto befunden, als der Mann auf sie schoss. Eine Frau wurde wenige Minuten später in einer nahe gelegenen Altenwohnanlage erschossen, wie Polizeichef John Douglass an einer Pressekonferenz erklärte. Der 73-jährige Schütze befinde sich in Polizeigewahrsam.

Wie der lokale TV-Sender KCTV5 berichtet, wurde der Täter nur kurz nach der Tat auf dem Parkplatz einer Schule verhaftet, dabei soll er gelächelt, antisemitische Aussagen gemacht und «heil Hitler!» skandiert haben. Der ehemalige Soldat soll nicht nur jahrelanges Mitglied des KKK, sondern gar ein führendes Mitglied des Geheimbundes gewesen sein. Er hatte laut dem Sender den Status des Grand Dragon der Carolina Knights, einer Untergruppe des KKK. Der 73-Jährige kandidierte mit seiner selbst gegründeten rassistischen Partei namens White Patriot Party auch für den Kongress.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Schütze wahllos auf die Menschen schoss: «Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass der Mann seine Opfer kannte», so Polizeichef Douglass. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann auf weitere Menschen schoss, diese jedoch verfehlte.

Opfer waren Christen

Der Grossvater und sein Enkel wurden den Angaben zufolge im Parkhaus der Gemeinde gegen 13 Uhr von den Kugeln getroffen. Eines der Opfer verstarb noch am Tatort, das andere erlag später seinen Verletzungen im Spital. Beide waren Christen, der Junge wollte in dem jüdischen Gemeindezentrum an einem Gesangswettbewerb teilnehmen, wie eine Krankenhaussprecherin sagte.

Die Frau wurde in der Altenwohnanlage Village Shalom getötet. Der Täter habe noch auf zwei andere Menschen geschossen, diese aber verfehlt, sagte Douglass.

US-Präsident Barack Obama drückte den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Der Vorfall sei erschütternd. Das Weisse Haus werde sicherstellen, dass die notwendigen Ressourcen für die Ermittlungen bereitgestellt würden. (bee/sda)

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