S. (15) spitalreif verprügelt - «Er schubste mich und schlug mir mit der Faust ins Gesicht»
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S. (15) spitalreif verprügelt«Er schubste mich und schlug mir mit der Faust ins Gesicht»

Der 15-jährige S. wurde in Dietikon von einem Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt. Beim mutmasslichen Täter soll es sich um einen Mitschüler handeln.

von
Lynn Sachs
Monira Djurdjevic
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Der 15-jährige S. musste nach einer brutalen Attacke operiert werden.

Der 15-jährige S. musste nach einer brutalen Attacke operiert werden.

Mittlerweile geht es dem 15-Jährigen körperlich etwas besser, sagt sein Vater A. «Er hat aber Angst, zur Schule zu gehen und dem Täter zu begegnen.»

Mittlerweile geht es dem 15-Jährigen körperlich etwas besser, sagt sein Vater A. «Er hat aber Angst, zur Schule zu gehen und dem Täter zu begegnen.»

Darum gehts

  • Auf dem Gelände einer Dietikoner Schule eskalierte im April ein Streit unter Jugendlichen.

  • Ein 15-Jähriger wurde brutal attackiert und musste operiert werden.

  • Die Jugendanwaltschaft hat zwei Strafuntersuchungen wegen Tätlichkeiten respektive Körperverletzung eröffnet.

Herumgeschubst und mit Faustschlägen traktiert der 15-jährige S.* aus Dietikon ZH wurde im April spitalreif verprügelt. Zusammen mit seinen Kollegen hatte sich der Teenager an dem Tag zum Basketballspielen auf dem Gelände einer Dietikoner Schule verabredet. «Mehrere Jugendliche haben uns gefragt, ob sie mitspielen dürften. Weil wir Nein sagten, fingen sie an, uns zu provozieren und beleidigen», erzählt S.

Plötzlich sei die Situation eskaliert. «Einer aus der anderen Gruppe ging auf mich los, schubste mich und schlug mir mehrmals mit der Faust ins Gesicht.» Als seine Kollegen ihm helfen wollten, hätten sie mehrere Jugendliche aus der anderen Gruppe zurückgehalten. «Immer wieder schubste und schlug er mich. Ich fiel auf den Boden, dabei wurde mir kurz schwarz vor den Augen.»

Schliesslich sei es ihm gelungen, auf sein Velo zu steigen und wegzufahren. «Ich habe meinen Vater angerufen und er hat die Polizei alarmiert.» Danach sei er ins Spital gebracht worden. «Mein Joch- und das Nasenbein waren gebrochen. Ich musste operiert werden. Dabei wurden mir Metallplatten eingesetzt.» Wie S. sagt, folgt in einem halben Jahr bereits die nächste Operation. «Sie entfernen mir dann die Metallplatte beim Nasenbein. Die Metallplatte beim Jochbein muss ich hingegen ein Leben lang tragen.»

«Er soll von der Schule verwiesen und hart bestraft werden»

Mittlerweile geht es dem 15-Jährigen körperlich etwas besser, sagt sein Vater A.* «Er hat aber Angst, zur Schule zu gehen und dem Täter zu begegnen.» Laut A. handelt es sich bei dem mutmasslichen Täter um einen gleichaltrigen Mitschüler seines Sohnes. Der 45-Jährige fordert: «Er soll von der Schule verwiesen und hart bestraft werden.»

Laut Pier Antonio Chalfajew, Leiter Bildung der Schule Dietikon, hat sich der Vorfall auf dem Schulgelände ausserhalb der Schulzeiten ereignet. «Da Kantonspolizei und Jugendanwaltschaft involviert sind, kann die Schule zu einem laufenden Verfahren keine Auskunft geben.» Die Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis hat zwei Strafuntersuchungen wegen Tätlichkeiten respektive Körperverletzung eröffnet. «Die Strafuntersuchungen sind noch pendent. Es gilt die Unschuldsvermutung», sagt Sprecherin Sarah Reimann.

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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