Gegen die Juso-Initiative - Er sieht sich als bürgerlicher Gegenspieler der Operation Libero
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Gegen die Juso-InitiativeEr sieht sich als bürgerlicher Gegenspieler der Operation Libero

Philip Ransome will mit dem Verein «Good Morning» Leute gewinnen, die seine Ideale teilen: mehr freies Unternehmertum, weniger Staat.

von
Claudia Blumer
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Philip Ransome, Kopf der Bewegung «Good Morning», beim Interview in der 20 Minuten-Redaktion (25. August 2021).

Philip Ransome, Kopf der Bewegung «Good Morning», beim Interview in der 20 Minuten-Redaktion (25. August 2021).

20min/Celia Nogler
Philip Ransome (aufgenommen am 25. August 2021).

Philip Ransome (aufgenommen am 25. August 2021).

20min/Celia Nogler
Er wählt FDP und SVP, fühlt sich von den bürgerlichen Parteien zu wenig vertreten: Philip Ransome, 23-jähriger Student aus Meilen ZH, gründet deshalb eine eigene Bewegung.

Er wählt FDP und SVP, fühlt sich von den bürgerlichen Parteien zu wenig vertreten: Philip Ransome, 23-jähriger Student aus Meilen ZH, gründet deshalb eine eigene Bewegung.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Ende September kommt die Juso-Initiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» zur Abstimmung. Die neu lancierte Bewegung «Good Morning» bekämpft die Initiative.

  • Philip Ransome, 23-jähriger Student aus Meilen, ist Gründer von «Good Morning». Er will junge Leute mobilisieren, die sich für mehr unternehmerische Freiheit und weniger Staat einsetzen.

  • Ransome sieht sich als bürgerliches Pendant zur Operation Libero. Er ist SVP- und FDP-nah, fühlt sich aber von den beiden Parteien nicht gut vertreten.

Das Logo leuchtet wie ein grün-blauer Sonnenaufgang von der Website. «Good Morning» heisst die Initiative des 23-jährigen Zürchers Philip Ransome, die sich gegen die Juso-Initiative engagiert, die Ende September zur Abstimmung kommt. Die Juso-Initiative ist das erste Projekt; nachher sollen weitere folgen. Sicher ist: «Good Morning» will junge Leute gewinnen für Ideale wie Freiheit, Selbstverantwortung und einen schlanken Staat.

Ransome sitzt bei einem Glas Mangosaft im Café und erzählt. Es sei im letzten Dezember gewesen. Die Konzernverantwortungsinitiative ist am Ständemehr äusserst knapp gescheitert, das Volk hat Ja gesagt. Da fand Ransome, der seit drei Jahren in London Wirtschaft studiert, dass man etwas machen müsse. «Es geht in eine ungute Richtung», sagt er. «In Richtung Sozialstaat, Umverteilung, Bürokratie.»

Nach der Abstimmung zur Konzernverantwortungsinitiative dachte Philip Randsome, dass man jetzt etwas machen müsse.

In London sei ihm bewusst geworden, wie privilegiert die Schweiz sei. Ein breiter Mittelstand, saubere Strassen, Zugang zu Bildung für alle. «Wir dürfen die Qualitäten und Werte nicht einfach so preisgeben, die uns grossgemacht haben», sagt er. «Good Morning» versteht er als Bewegung, jeder kann sich anschliessen per Registrierung auf der Website. Vor wenigen Jahren hat sich die Operation Libero formiert, welche ein Gegengewicht zur SVP bildete und die schweizerische Politik aufmischte. Philip Ransome versteht sich als bürgerliches Pendant zur Operation Libero. Er wählt FDP und SVP, fühlt sich von den bürgerlichen Parteien aber zu wenig gut vertreten. Deshalb lanciert er sein eigenes Projekt.

Noch figuriert Ransome als einziges Vorstandsmitglied, doch er sei mit mehreren Leuten im Gespräch, im Herbst werde er sein Team präsentieren. Geldgeberinnen und Geldgeber hat er jetzt schon, es seien mehrere Unternehmerinnen und Unternehmer, Privatpersonen, sagt er. Sein Startkapital beträgt 250´000 Franken. Einen Teil davon hat er bereits ausgegeben für Website und PR-Auftrag, den die Farner Consulting innehat.

«Mein eigenes Erbe ist nicht meine Motivation»

Philip Ransome, der seinen Nachnamen dem Grossvater väterlicherseits verdankt, der einst aus England in die Schweiz einwanderte, ist in Meilen ZH aufgewachsen, zusammen mit einer jüngeren Schwester, die jetzt Biologie an der ETH studiert. Die Eltern sind voll berufstätig, beide in der Finanzbranche. Ransome ist in gutsituierten Verhältnissen aufgewachsen. Denkt er an sein eigenes Erbe, wenn er gegen die Juso-Initiative kämpft? Die Initiative verlangt, dass Kapitaleinkünfte wie Mieteinnahmen oder Dividenden höher besteuert werden. «Nein, das ist nicht meine Motivation», sagt Ransome. Zudem seien seine Eltern erst Mitte 50, er werde noch lange nicht erben.

Nein, es gehe ihm um das Prinzip. «Die Juso-Initiative zielt vordergründig auf das reichste Prozent ab - doch in Wirklichkeit trifft es viele mehr, nämlich Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und dann die Firma der nächsten Generation weitergeben wollen.» Die höheren Steuern auf den Erlös würden dann auf die nächste Generation überwälzt. «Es darf nicht sein, dass wir Investition und Risikobereitschaft auf diese Weise schwächen», sagt Ransome. Und: «Das reichste Prozent verlegt seinen Wohnsitz problemlos in ein Steuerparadies. Die betroffenen KMU hingegen können ihren Sitz nicht einfach verlegen.»

Parallel zum Engagement für «Good Morning», welches ihn derzeit beansprucht, macht Ransome von Meilen aus sein Studium fertig. Ende des Jahres hat er den Bachelor in der Tasche. Nachher wird er sich eine Arbeit suchen. Vielleicht in der Finanzbranche wie die Eltern, vielleicht in der Unternehmensberatung. «Mein Ziel ist sicher: Ich möchte irgendwann mein eigenes Unternehmen haben.»

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