Michael Smith (30) – Er steht wegen eines Velo-Unfalls im Final der Darts-WM
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Michael Smith (30)Er steht wegen eines Velo-Unfalls im Final der Darts-WM

Am Montagabend trifft Michael Smith im Final der Darts-WM auf Peter Wright. Das Leben des Engländers wäre anders verlaufen, wäre er vor 15 Jahren nicht schwer verunglückt.

von
Lucas Werder
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Nach seinem Halbfinal-Sieg gegen James Wade spielt Michael Smith in London um den WM-Titel.

Nach seinem Halbfinal-Sieg gegen James Wade spielt Michael Smith in London um den WM-Titel.

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Der Engländer fand durch einen Velo-Unfall zurück zum Darts.

Der Engländer fand durch einen Velo-Unfall zurück zum Darts.

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In einem verrückten Viertelfinal warf er Titelverteidiger Gerwyn Price aus dem WM-Turnier.

In einem verrückten Viertelfinal warf er Titelverteidiger Gerwyn Price aus dem WM-Turnier.

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Darum gehts

  • Am Montagabend duelliert sich Michael Smith im Final der Darts-WM mit Peter Wright.

  • Schon vor drei Jahren stand der Engländer soweit oben, fiel dann aber in einer Krise.

  • Seine Darts-Karriere verdankt der «Bully Boy» einem Velo-Unfall und einer abgebrochenen Ausbildung.

Eigentlich müsste Michael Smith heute in einer Werkstatt stehen und Holz verarbeiten. Doch der 30-Jährige steht am Montagabend im Final der Darts-WM, dem wohl grössten Spiel seiner Karriere. Dass er heute Pfeile wirft, statt mit Hammer und Säge zu hantieren, verdankt der Engländer einem Velo-Unfall vor 15 Jahren.

Damals verunglückt Smith auf dem Schulweg schwer. Diagnose: Hüftbruch, 16 Wochen Krücken. Als kleiner Junge hatte er gelegentlich Darts gespielt, durch seinen Unfall und die damit verbundenen temporären Einschränkungen nimmt der «Bully Boy», so sein Spitzname, das Pfeilewerfen wieder auf. Mit Krücken gelingt Smith seine allererste 180.

Nach seiner Schulzeit macht er eine Schreinerausbildung, lässt aber seine Abschlussprüfung ausfallen, weil er lieber an einem Darts-Turnier teilnehmen möchte. Es ist eine unkonventionelle Entscheidung, die sich für Smith aber ausbezahlen sollte.

Zwei schwierige Jahre

Der heutige zweifache Familienvater macht schnell auf sich aufmerksam. 2012 gewinnt er sein erstes Profi-Turnier, ein Jahr später wird er Junioren-Weltmeister. Von dann an geht die Karriere von Smith steil bergauf und gipfelt 2019 im WM-Final. Nachdem er furios bis ins Endspiel marschiert, unterliegt er dort dann aber klar dem Niederländer Michael van Gerwen. Es kommt zum Bruch zwischen dem 30-Jährigen und dem grössten Turnier des Jahres.

Zweimal tritt er in den vergangenen Jahren im «Ally Pally» an, zweimal ist schon nach der ersten Partie Schluss für Smith. Auch sonst läuft es bei dem Engländer nicht wirklich. In der Weltrangliste rutscht er ab und erhält anfangs 2020 zum ersten Mal seit drei Jahren keines der zehn Tickets für die Premier League, ein Einladungsturnier der besten Spieler der Welt.

WM-Final nun gegen Wright

Praktisch aus dem Nichts hat sich Smith an der WM nun wieder ins Rampenlicht gespielt. Bereits in seiner ersten Partie spielt er mit 106,32 den höchsten Average (durchschnittlich mit drei Darts erzielte Punktzahl) des ganzen Turniers. Im Achtelfinal besiegt er in einem spektakulären Duell Jonny Clayton, bevor er im Viertelfinal schliesslich Titelverteidiger und Weltnummer eins, Gerwyn Price, aus dem Turnier kegelt. Im Halbfinal räumte Smith schliesslich auch noch die englische Weltnummer vier, James Wade, aus dem Weg.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass der «Bully Boy» nur einen einzigen Sieg vom grössten Erfolg seiner Karriere entfernt ist. Neben dem verlorenen Endspiel von 2019 stand Smith in den vergangen Jahren noch drei Mal im Final eines Major-Turniers. Jedes Mal verliess der Mann aus der Nähe von Liverpool die Bühne als Verlierer. Am Montagabend soll sich das nun ändern. Mit dem Schotten Peter Wright wartet die Weltnummer zwei und der Weltmeister von 2020 auf Smith.

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