Aktualisiert 22.06.2020 15:49

Gerichtsprozess in Brig VS

Partnerin mit Hammer getötet – Igor P. zu 18 Jahren Haft verurteilt

Ex-CVP-Politiker Igor P. hatte 2018 seine Partnerin vor den Augen der gemeinsamen Tochter erschlagen. Nun wurde er zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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Igor P. steht vor Gericht, weil er seine Frau mit einem Hammer getötet hat.

Igor P. steht vor Gericht, weil er seine Frau mit einem Hammer getötet hat.

Foto: Agenda.culturevalais.ch
Der Mann war Oberstleutnant und in der CVP Brig aktiv. Im Bild: P. (z.v.r.) mit Bundesrätin Viola Amherd.

Der Mann war Oberstleutnant und in der CVP Brig aktiv. Im Bild: P. (z.v.r.) mit Bundesrätin Viola Amherd.

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2018 starb die Partnerin von P. in der gemeinsamen Villa. Er hat sie mit einem Hammer erschlagen.

2018 starb die Partnerin von P. in der gemeinsamen Villa. Er hat sie mit einem Hammer erschlagen.

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Darum gehts

  • Der Walliser Igor P. musste sich dieser Tage wegen Mordes an seiner Partnerin vor Gericht verantworten.
  • Der 56-Jährige wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt.
  • Bereits 2017 hatte er versucht, seine Partnerin mit einem Gurt zu erwürgen.

Der ehemaliger Walliser CVP-Lokalpolitiker Igor P. hatte 2018 seine damalige Partnerin im gemeinsamen Haus getötet. Er erschlug die 39-Jährige mit dem Hammer. Laut den Gerichtsmedizinern schlug der Oberstleutnant mindestens 15-mal auf die Mutter seiner zwei Kinder ein.

Das Kreisgericht in Brig verurteilte den heute 56-Jährigen am Montag wegen versuchten und vollendeten Mordes zu 18 Jahren Gefängnis. Das Gericht folgte damit dem zuständigen Oberwalliser Staatsanwalt. In dessen Augen hatte der Mann skrupellos gehandelt und aus besonders niedrigem Beweggrund den Tod seiner Partnerin vorsätzlich in Kauf genommen, um vor ihr das Gesicht nicht zu verlieren.

Der Staatsanwalt hatte 16 Jahre Gefängnis beantragt. Die Tat hatte sich im März 2018 ereignet. Der damals 53-Jährige hatte seine Partnerin und Mutter der gemeinsamen zwei Kinder mit 15 Hammerschlägen getötet und anschliessend die Polizei gerufen. Er gestand die Tat und sass seither in Sitten im Gefängnis.

Aus gutbürgerlicher Familie

Der in einer gutbürgerlichen Familie in Brig aufgewachsene Mann war seit September 2017 komplett mittellos und verschuldet. Der Historiker und Kommunikationswissenschaftler hatte eine Zeit lang als Stabsoffizier im Militärdepartement und später in der Privatwirtschaft gearbeitet, bis er seine Stelle verlor.

Obwohl er ab November 2016 keine Einkünfte mehr erzielte, lehnte er den Gang aufs Sozialamt ab, «geradezu krampfhaft darum bemüht, die Fassade des erfolgreichen Stadtbürgers sowie seinen gewohnt hohen Lebensstandard sowohl nach aussen hin als auch primär nach innen gegenüber seiner Lebenspartnerin aufrechtzuerhalten», wie es in der Anklageschrift hiess.

Zugleich hatte der frühere Kadermann und CVP-Lokalpolitiker massive finanzielle Verpflichtungen aus der Übernahme einer elterlichen Liegenschaft, aus Renovationsarbeiten, einer Scheidung und aus anderen Verbindlichkeiten. Als am 2. März 2018 das Betreibungs- und Konkursamt nach einem im September 2017 verstrichenen Ultimatum zur Schlüsselübergabe schreiten wollte, weil die Villa zwangsversteigert werden sollte, brach das gesamte Lügengebilde zusammen.

An diesem Tag brachte der damals 53-Jährige seine ältere Tochter zu deren Taufpatin, wo sie das ganze Wochenende bleiben sollte. Dann kehrte er ins Haus zurück, ass mit seiner Frau und der kleineren Tochter zu Mittag, bevor er das Mädchen zum Spielen wegschickte.

Derweil begab sich seine Partnerin ins Wohnzimmer und liess sich auf dem Sofa nieder, während ihr Mann ihr einen Tee brachte und sich zu ihr setzte. Laut Anklageschrift deutete der 14 Jahre ältere Mann seiner Lebenspartnerin an, «dass sie vielleicht irgendwann einmal aus finanziellen Gründen die Liegenschaft verlassen müssten». Die auf 15 Uhr angesetzte Schlüsselübergabe verschwieg er ihr.

Frau verlangt Auszeit

Es kam in der Folge zu einem heftigen Streit. Die Frau warf ihrem Partner vor, für die finanzielle Misere verantwortlich zu sein und betitelte ihn als Versager. Schliesslich beschied sie ihm, sie benötige eine Auszeit von ihm und wolle deshalb mit den Kindern zur Mutter gehen.

Äusserlich ruhig, aber frustriert und wütend, dass er an der finanziellen Misere der Familie schuld sein soll, begibt sich der ehemalige Offizier der Schweizer Armee in den Keller, ergreift einen ein Kilogramm schweren Hammer, nähert sich der ruhig und nichts ahnend auf dem Sofa sitzenden Frau und erschlägt sie.

Er schlägt mindestens 15 Mal mit voller Kraft auf den Schädel des Opfers ein. Das Kind, das bis zur Tat im Obergeschoss gespielt hatte, musste zusehen, wie seine Mutter getötet wurde.

Um 15 Uhr ruft der Mann die Kantonspolizei und gesteht seine Tat.

Erster Tötungsversuch mit Gurt

Schon 2017 hatte der Walliser versucht, seine Partnerin zu töten. Mit einem Gurt strangulierte er sie, bis sie in Ohnmacht fiel. Drei Tage musste die Frau auf der Intensivstation behandelt werden. Das Paar sagte damals aus, dass es sich um einen Sexunfall gehandelt hatte. Vor Gericht in Brig sagte P. am Donnerstag aus, dass der Vorfall so nicht offiziell bekannt werden sollte: «Wir hatten nie Sexspiele dieser Art.»

(SDA)

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