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Neues vom Inzest-VaterEr träumt immer noch von der Freiheit

Der 74-jährige Inzest-Vater von Amstetten sitzt seit seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft in einer Einzelzelle. Doch das hält Josef Fritzl nicht davon ab, sein restliches Leben zu planen: Er will nun Rechtsanwalt werden.

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«Ich brauche 4000 Euro. Ich möchte ein Jura-Fernstudium machen», schreibt Josef Fritzl alle zwei Wochen seiner ältesten Tochter. Als Anwalt wolle er sich selbst verteidigen, begründet er seinen Wunsch. Offenbar begreift der Inzest-Vater noch nicht, dass er nach seinem Urteil zu lebenslanger Haft im April 2009 wenig Hoffnung auf ein Leben in Freiheit hat.

Laut «Bild»-Zeitung beklagt sich Josef Fritzl im Knast, er könne sich «nicht einmal eine Cola leisten». Auch auf dem Spezial-Shampoo für seine implantierten Haare müsse er verzichten, jammert er in seinen Briefen. Dass es dem Inzest-Vater nicht gut geht, bestätigt ein Mithäftling: «Er sieht schlecht aus, abgemagert, hat eingefallene Wangen.»

Vater gehts schlecht, die Familie blüht auf

Seine regelmässige Bettelbriefe werden aber von seiner Verwandtschaft links liegen gelassen: Weder seine älteste Tochter noch seine Ex-Frau Rosemarie wollen etwas mit dem Mann zu tun haben, der seine dritte Tochter Elisabeth 24 Jahre lang im Keller seines Hauses einsperrte.

Der «Bild»-Zeitung erzählte Schwägerin Christine R.: «Josef träumt immer noch von einer Zukunft mit seiner Frau. Doch sie will nichts mehr von ihm wissen. Sie liebt ihn nicht mehr, hat sogar seinen Namen abgelegt.» Ex-Frau Rosemarie, die über 26 Jahre mit Josef Fritzl verheiratet war, ist seit dem Inzest-Skandal aus Amstetten weggezogen. Ihre knappe Rente bessere sie nun mit Näharbeiten auf. Einmal in der Woche besuche sie zudem Elisabeth und ihre sechs Kinder.

Tochter hat jetzt Führerschein

Elisabeth Fritzl gehe es nach fast zwei Jahren in Freiheit besser, meint Christine R.: «Josefs Tochter geht gerne einkaufen – das hat sie ja 24 Jahre im Keller nicht gekonnt. Sie liebt Jeans mit Strass-Steinen. Jetzt hat sie den Führerschein auf Anhieb bestanden, sucht gerade ein Auto. Alle Kinder gehen zur Schule. Sie lernen sehr brav.»

Die Familie wohne abgeschottet in einem kleinen Ort und habe vorläufig keine finanziellen Sorgen. Christine R. erzählt: «Sie haben nachträglich das Kindergeld für die Zeit im Verlies bekommen – 60 000 Euro. Der Kleinste hat jetzt eine Playstation. Eine ganz neue Welt für den Jungen.» Nach seinem Vater frage der Siebenjährige nicht mehr.

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