Schläger-Prozess in St. Gallen: «Bitte schafft mich aus, damit ich einen Neuanfang wagen kann»

Schläger-Prozess in St. Gallen«Bitte schafft mich aus, damit ich einen Neuanfang wagen kann»

Am Dienstag steht ein 24-Jähriger in St. Gallen vor Gericht. Er soll bei einer Auseinandersetzung mit einem Kollegen zusammen vier Männer verprügelt haben. Bei einer späteren Schlägerei soll er zudem einen Mann schwer verletzt haben.

von
Seline Bietenhard
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Ein 24-Jähriger und ein 31-Jähriger müssen sich am Dienstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten.

Ein 24-Jähriger und ein 31-Jähriger müssen sich am Dienstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten.

20min/leo
2019 kam es zwischen ihnen und einer achtköpfigen Polterabendgruppe zu einer Auseinandersetzung bei der Brühltor-Passage.

2019 kam es zwischen ihnen und einer achtköpfigen Polterabendgruppe zu einer Auseinandersetzung bei der Brühltor-Passage.

20min/Seline Bietenhard
Dabei schlug der 24-Jährige zwei Männern der Gruppe mit einer Whiskyflasche über den Kopf.

Dabei schlug der 24-Jährige zwei Männern der Gruppe mit einer Whiskyflasche über den Kopf.

20min/Seline Bietenhard

Darum gehts

Zusammenfassung

Am Dienstagmorgen stand ein 24-jähriger Kosovare, der 2019 mit Kollegen zusammen am Brühltor in St. Gallen eine Polterabendgruppe von vier Männern verprügelt haben soll, vor Gericht. Zudem soll der 24-Jährige bei einer späteren Schlägerei im August 2021 einen Mann schwer verletzt haben. 

Der 24-Jährige, der sich derzeit im vorzeitigen Strafvollzug befindet, zeigt bei der Befragung viele Erinnerungslücken. «In einigen Dingen bekenne ich mich schuldig, aber nicht in allen», sagt der Beschuldigte. Er könne sich aufgrund des Alkoholeinflusses weder an das erste noch an das zweite Ereignis richtig erinnern. 

Der Verteidiger des 24-Jährigen beantragt, den Beschuldigten des Vorwurfs des Angriffs sowie der mehrfachen schweren Körperverletzung freizusprechen. Von einer stationären Massnahme sei abzusehen. Beim Vorfall am Brühltor sei jeder auf jeden losgegangen und es sei unklar, wer was gemacht habe. 

Beim zweiten Vorfall sei von einem Schuldspruch der schweren Körperverletzung abzusehen und stattdessen ein Schuldspruch der einfachen Körperverletzung auszusprechen. «Das Opfer litt bereits vor dem Angriff an gesundheitlichen Problemen, die sich durch die Tat aber verschlimmerten», sagt der Anwalt. 

Der Verteidiger fordert eine Freiheitsstrafe von 37 Monaten sowie eine Busse von 400 Franken. Ein Landesverweis von sieben Jahren sei angemessen. Allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen seien auf dem Zivilweg zu begleichen.

«Wenn ich gesoffen habe und mich verliere, dann ist es schlimm. Wenn ich nüchtern bin, bin ich ganz friedlich. Ich kann nicht nur zwei Bier trinken, sondern saufe mich ins Koma», zitiert der Staatsanwalt den Beschuldigten. Dies zeige, dass der 24-Jährige ein Alkoholproblem habe. Deshalb gehe es nicht nur um eine Landesverweisung, sondern auch um eine angemessene Strafe und eine Therapie.

Bei der Schlägerei beim Brühltor gebe es zwei verschiedene Versionen. «Die Polterabendgruppe sagt, die Gewalt sei alleine von den Beschuldigten ausgegangen», so der Staatsanwalt. Auf der anderen Seite sei die Version des Beschuldigten, welche aber laut Staatsanwalt «hinkt». 

«Die gesamten erlittenen Verletzungen des Mannes qualifizieren die Tat als schwere Körperverletzung», widerspricht der Staatsanwalt dem Verteidiger des 24-Jährigen zur Tat vom August 2021.

Für all diese Tätlichkeiten fordert die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten, eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 30 Franken, eine Busse von 400 Franken sowie einen Landesverweis von 15 Jahren. 

Der 24-jährige Kosovare hat zum Schluss die Gelegenheit, sich zur Verhandlung zu äussern. Er bat das Kreisgericht darum, ihm den Landesverweis zu gewähren, damit er im Kosovo einen Neuanfang wagen könne. 

Das Urteil erfolgt schriftlich.

Dienstag, 17.01.2023
15:19

Prozess beendet

Damit ist der Prozess beendet, das Urteil erfolgt schriftlich. Wir danken für die Aufmerksamkeit.

15:18

«Bitte schaffen Sie mich aus»

Der 24-jährige Kosovare hat zum Schluss die Gelegenheit, sich zur Verhandlung zu äussern. «Ich wünsche dem Ehepaar, dass es sich schnellstmöglich von dem Vorfall erholt», sagt er. Er bat das Kreisgericht erneut darum, ihm den Landesverweis zu gewähren. «Bitte schaffen Sie mich aus, damit ich im Kosovo einen Neuanfang wagen kann», so der Beschuldigte abschliessend.

15:10

«Es ist für das Ehepaar unerklärlich, weshalb es aus dem Nichts heraus angegriffen wurde»

«Die Verletzungen meines Mandanten haben einen direkten Zusammenhang mit der Tat», sagt die Verteidigung des Opfers. Dies belegten diverse ärztliche Dokumente. «Beide Eheleute haben psychische und körperliche Verletzungen durch die Tat erlitten, unter denen sie noch immer leiden», so die Anwaltschaft weiter.

«Es ist für das Ehepaar heute noch unerklärlich, weshalb es im August 2021 aus dem Nichts heraus derart angegriffen wurde», sagt die Verteidigung weiter. Von einem Tag auf den anderen seien sie Opfer einer Gewalttat geworden, die ihr Leben von Grund auf änderte.

15:02

Fusstritte sind laut Staatsanwaltschaft bewiesen

Der Staatsanwalt hat erneut das Wort. «Die direkt betroffenen, beteiligten Eheleute haben die Fusstritte geschildert», sagt der Staatsanwalt. Andere Zeugen seien nicht nahe genug am Treiben gewesen und hätten nicht das gesamte Geschehen mitbekommen.

«Die gesamten erlittenen Verletzungen des Mannes qualifizieren die Tat als schwere Körperverletzung», widerspricht der Staatsanwalt dem Anwalt des 24-Jährigen, der einen Freispruch diesbezüglich forderte.

14:29

«Mein Mandant bereut seine Taten zutiefst»

Es geht wieder weiter, jetzt plädiert der Anwalt des Beschuldigten. «Der 24-Jährige bestreitet nicht, den Mann mit seinen Fäusten geschlagen zu haben», sagt der Anwalt. «Laut Zeugenaussage ist davon auszugehen, dass es nicht zu Fusstritten kam», sagt der Anwalt weiter. Auch weitere Zeugen konnten laut dem Verteidiger nicht beobachten, dass der Beschuldigte mit den Füssen auf das Opfer eintrat.

«Mein Mandant bedauert und bereut seine Taten zutiefst und er entschuldigte sich bei den Opfern», sagt der Anwalt weiter. Dies ändere aber nichts daran, dass der 24-Jährige den Mann verletzt habe.

Der Anwalt fordert den Freispruch im Falle der vollendeten schweren Körperverletzung, da die Augenverletzungen des Opfers keine bleibenden Schäden hinterliessen. «Stattdessen wird ein Schuldspruch der einfachen Körperverletzung gefordert», sagt der Anwalt. Die Verletzungen des Mannes seien belegt. «Das Opfer litt bereits vor dem Angriff an gesundheitlichen Problemen, die sich durch die Tat aber verschlimmerten», sagt er weiter.

Der Anwalt fordert eine Freiheitsstrafe von 37 Monaten sowie eine Busse von 400 Franken. Ein Landesverweis von sieben Jahren sei angemessen. Allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen seien auf dem Zivilweg zu begleichen.

13:50

Verhandlung unterbrochen

Es gibt wieder eine kurze Pause.

13:45

«Die Frau glaubte, dass ihr Mann vor ihren Augen stirbt»

Jetzt hat die Anwaltschaft der Privatkläger, dem Ehepaar, das Wort. Sie fordert, den Beschuldigten angemessen zu bestrafen und dem Opfer und seiner Ehefrau einen Schadenersatz von über 11'000 Franken sowie eine Genugtuung von 25'000 Franken zu bezahlen.

«Im August 2021 wollte die Frau von ihrer Arbeit als Reinigungskraft spätabends nachhause. Plötzlich wurde sie unvermittelt angegriffen und rief ihren Mann an, damit er ihr zu Hilfe kommt», sagt die Verteidigung. Als der Mann dann erschien, sei er auf grausamste Weise zusammengeschlagen worden.

Obwohl er wehrlos am Boden lag, habe der Beschuldigte dennoch heftig auf ihn eingeschlagen. «Die Frau musste alles mit ansehen und glaubte, dass ihr Mann vor ihren Augen stirbt», sagt die Anwaltschaft weiter. Die Auswirkungen seien so schwer gewesen, dass das Ehepaar nur einige Monate nach dem Angriff wegziehen mussten. «Noch heute leiden die Privatkläger unter den Nachwirkungen dieser Nacht vom August 2021, sowohl physisch, als auch psychisch», sagt die Verteidigung weiter.

Das Opfer musste nach der Gewalttat laut der Anwaltschaft Dutzende medizinische und psychotherapeutische Behandlungen über sich ergehen lassen. «Er wird laut seinen Ärzten wohl auch weiter noch arbeitsunfähig sein», sagt die Verteidigung weiter.

13:20

Staatsanwalt hält an Anträgen für 24-Jährigen fest

«Der Beschuldigte hat ein zufälliges Opfer grundlos angegriffen und auch nicht aufgehört, auf den Mann einzutreten, als dieser schon am Boden lag», sagt der Staatsanwalt. Auch habe er sich gegenüber seinen Begleitern äusserst aggressiv verhalten.

Für alle diese Tätlichkeiten, sowie die Ereignisse vom Sommer 2019 sieht die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten, eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 30 Franken, eine Busse von 400 Franken sowie einen Landesverweis von 15 Jahre als angemessen.

13:05

24-Jähriger leidet laut Gutachten an dissoziativer Persönlichkeitsstörung

Der Staatsanwalt hat das Wort. «Es ist das schwerste Delikt, welches heute zur Diskussion steht», sagt der Staatsanwalt. «Dass der Beschuldigte sagt, er könne sich nicht mehr erinnern, glaube ich ihm», so der Staatsanwalt weiter. Die Täterschaft des 24-Jährigen sei allerdings bewiesen, da die Ehefrau des Opfers den Beschuldigten bei dessen Verhaftung erkannt hatte und der 24-Jährige zuvor wieder an den Tatort zurückgekehrt war.

An den Schuhen des Beschuldigten habe Blut des Opfers geklebt. «Dies und die Verletzungen des Mannes beweisen, dass der 24-Jährige auch zugetreten hatte, im Gegensatz zum Geschehen, an welches sich die Zeugin erinnert», sagt der Staatsanwalt.

Das Opfer habe nach der Schlägerei keinen bleibenden Schaden am Auge erlitten. Er sei jedoch zu 100 Prozent arbeitsunfähig, was effektiv auf den Angriff zurückzuführen sei.

«Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der 24-jährige Beschuldigte an einer schweren dissoziativen Persönlichkeitsstörung sowie einer Alkoholsucht», sagt der Staatsanwalt. Der Beschuldigte habe gewusst, dass er bei schwerem Alkoholkonsum gewalttätig wird und dass sich dann sein Verhalten ändert.

12:45

«Ich habe nichts gegen eine Ausschaffung»

«Die Schweiz ist ein schönes Land, aber ich wollte schon lange weg», sagt der Beschuldigte. Seine Eltern und seine Geschwister leben in der Schweiz, seine Kinder ebenfalls. Der 24-Jährige ist getrennt von seiner Frau. «Ich habe nichts gegen eine Ausschaffung, ich sehe das als Chance für einen Neuanfang», sagt er. «Ich habe es nicht verdient, in der Schweiz zu bleiben.»

Die Staatsanwaltschaft beantragte einen Landesverweis von 15 Jahren für den Beschuldigten.

12:37

Beschuldigter hat ein «ellenlanges» Vorstrafenregister

Der Beschuldigte hat laut Kreisgericht ein «ellenlanges» Vorstrafenregister. Selbst im Gefängnis sei er gewalttätig geworden und habe sich an Raufhandel beteiligt. «Im Gefängnis ist es anders als hier draussen», sagt der 24-Jährige. «Solche Auseinandersetzungen geschehen dort jeden Tag.»

Nun wird der Beschuldigte zu den Ereignissen in der Nacht im August 2021 befragt. «Ich kann mich nicht mehr genau an die Ereignisse erinnern, da ich betrunken war», sagt der 24-Jährige. Er bereue seine Taten jedoch und denke heute noch daran, sagt er weiter.

12:22

Auf am Boden liegenden Mann eingetreten

Im August 2021 befand sich der 24-Jährige in Haft. Zwei Wochen später wäre er aus dem Gefängnis entlassen worden. An diesem Abend hatte der Beschuldigte ein Wochenende Freigang und wurde von drei Frauen aus dem Gefängnis abgeholt. «Sie haben so richtig auf den Putz gehauen», so der Gerichtsvorsitzende. Laut der Anklageschrift habe der 24-Jährige viel Alkohol konsumiert, obwohl er gewusst habe, dass er früher unter Alkoholeinfluss aus nichtigem Anlass gewalttätig wurde.

Später gab es in St. Gallen auf einer Strasse einen Streit zwischen dem Beschuldigten und dessen Bruder. Zeitgleich wollte eine Frau mit ihrem Auto nach Hause fahren. Der 24-Jährige schlug dabei gegen das Auto, worauf die Frau ihren Ehemann zu Hilfe rief. Als dieser aus der naheliegenden Wohnung kam und nachsehen wollte, wurde er plötzlich vom Hauptbeschuldigten angegriffen. Dieser schlug mehrfach auf den Mann ein und trat später, als dieser schon am Boden lag, ebenfalls heftig auf ihn ein. Dabei wurde der Mann schwer verletzt. Er leidet noch heute an den Folgen der Verletzungen.

12:15

Zeugin holte Beschuldigten im Gefängnis ab

Laut Anklageschrift habe der Beschuldigte nach der Pause der Schlägerei mit den Füssen auf den Mann eingetreten. Ob die Zeugin dies gesehen habe, fragt der Gerichtsvorsitzende. «Nein, ich habe es nicht gesehen. Ich habe nur gesehen, wie er mit den Fäusten auf ihn einschlug», sagt die Zeugin.

Das Kreisgericht verlangt genauere Aussagen von der Frau. Weshalb habe sie zwei Mal der Polizei angerufen, will der Richter wissen. «Die kamen einfach nicht, da habe ich halt nochmals angerufen», sagt die Zeugin.

Vor der Auseinandersetzung holte die Zeugin mit einer Freundin zusammen den Beschuldigten vom Gefängnis ab, da er ein Wochenende Freigang hatte. Direkt beim Einsteigen habe der Beschuldigte Alkohol konsumiert, auch auf dem Weg. «Ich war schockiert, ich kannte ihn gar nicht so», sagt die Zeugin.

Damit ist die Zeugenbefragung abgeschlossen.

11:56

«Plötzlich gab es eine Schlägerei»

Als Erstes wird eine Zeugin einvernommen. Sie habe an diesem Abend einen Streit zwischen dem Hauptbeschuldigten und seinem Bruder mitbekommen. Ein Auto habe angehalten und der 24-Jährige sei darauf zugegangen. Sie habe jedoch nicht gesehen, was er dort gemacht habe. «Danach fuhr das Auto weiter und wir wollten eigentlich wieder weg», so die Zeugin.

Später sei ein Mann in einem weissen T-Shirt dazu gekommen und auf den 24-Jährigen zugegangen. Es sei sehr schnell gegangen, dann habe es plötzlich eine Schlägerei gegeben. Was der Auslöser dafür war, wisse sie nicht mehr. «Ich habe dann die Polizei gerufen», sagt die Frau weiter.

Zwischenzeitlich habe die Schlägerei kurz aufgehört. Nach einiger Zeit sei dann der Mann im weissen T-Shirt auf den Boden gefallen. Danach sei der Tumult weitergegangen. Sie habe die Polizei erneut gerufen, da sie wollte, dass die Schlägerei aufhört. Anschliessend seien sie weggefahren. Später habe sie ihren Vater angerufen, der dem 24-Jährigen geraten habe, sich zu stellen, was er dann auch gemacht habe.

«Eigentlich ist er mega lieb, wenn man mit ihm spricht», sagt die Zeugin zum Hauptbeschuldigten. Sie war vor zehn Jahren eine Zeit lang in einem Heim mit dem 24-Jährigen, hat aber laut eigenen Aussagen keinen Kontakt mehr mit ihm.

11:39

Verhandlung wird weitergeführt

Nach der Mittagspause geht es nun weiter im Prozess. Am Nachmittag wird zuerst eine Zeugin zum Vorfall 2021 befragt, bei dem der 24-Jährige einen Mann schwer verletzt haben soll.

10:56

Mittagspause

Der erste Teil der Verhandlung ist abgeschlossen. Am Nachmittag geht es weiter mit der Behandlung des Vorfalls 2021.

Es gibt eine Pause bis um 12.30 Uhr.

10:37

Staatsanwalt hat erneut das Wort

Der Staatsanwalt hat nun erneut das Wort. Das Verfahren gegen das Mitglied der Poltergruppe, welches den 24-Jährigen in den Schwitzkasten nahm, sei eingestellt worden. Zur Argumentation des Raufhandels sagt der Staatsanwalt, dass davon ausgegangen werden könne, dass die Mitglieder der Polterabendgruppe nicht selber angegriffen hätten, sondern sich lediglich verteidigten. Deshalb ist der Punkt des Angriffs laut Staatsanwaltschaft klar gegeben.

10:18

Verhandlung wird weitergeführt

Es geht weiter. Nun hat der Anwalt des 24-jährigen Hauptbeschuldigten das Wort. Er beantragt, den Beschuldigten des Vorwurfs des Angriffs sowie der mehrfachen schweren Körperverletzung freizusprechen. Von einer stationären Massnahme sei abzusehen. Der Verteidiger fordert einen Landesverweis von sieben statt 15 Jahren.

Sein Mandant habe nie bestritten, an der Auseinandersetzung vom Sommer 2019 beteiligt gewesen zu sein. Allerdings bereue er seine Taten. Auch der Anwalt des 24-Jährigen sagt, dass jeder auf jeden losgegangen sei, und zitiert ebenfalls die Aussage des Poltergruppen-Mitglieds.

Es sei erwiesen, dass es zu einem Handgemenge gekommen sei. Allerdings sei unklar, wer was wie gemacht habe.

09:54

Verhandlung unterbrochen

Die Verhandlung wird für fünf Minuten unterbrochen. Um elf Uhr geht es weiter.