Cosmo war 25 Tage in Spalt gefangen – «Er war abgemagert und hätte dort nicht mehr lange überlebt»
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Cosmo war 25 Tage in Spalt gefangen«Er war abgemagert und hätte dort nicht mehr lange überlebt»

Bei einer Rhein-Putzaktion entdeckten die Helfer eine gefangene Katze. Cosmo war in eine Höhle gepurzelt, der Fluss versperrte dem Tier den Weg zu seinem Herrchen. 25 Tage harrte er bis zu seiner Rettung in seinem Verlies aus.

von
Jeanne Dutoit
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Kater Cosmo wurde nach 25 Tagen aus einer Höhle beim Rhein gerettet. Das Bild zeigt den Moment, als die Pontoniere das Tier aus dem Spalt befreiten.

Kater Cosmo wurde nach 25 Tagen aus einer Höhle beim Rhein gerettet. Das Bild zeigt den Moment, als die Pontoniere das Tier aus dem Spalt befreiten.

Lea Pellegrino
Am Clean-Up-Day reinigten die Pontoniere mit Abfalltauchern den Rhein. Im Rahmen der Aktion wurde der Kater gerettet. «Sonst wäre er verhungert», so sein Retter.

Am Clean-Up-Day reinigten die Pontoniere mit Abfalltauchern den Rhein. Im Rahmen der Aktion wurde der Kater gerettet. «Sonst wäre er verhungert», so sein Retter.

Facebook Pontoniere Rheinfelden
Cosmo war 25 Tage lang verschwunden. Sein Besitzer machte einen Eintrag bei der Schweizer Tiermeldezentrale.

Cosmo war 25 Tage lang verschwunden. Sein Besitzer machte einen Eintrag bei der Schweizer Tiermeldezentrale.

Screenshot  Schweizer Tiermeldezentrale

Darum gehts

  • 25 Tage lang war der Kater Cosmo verschwunden.

  • Am Clean-Up-Day in Rheinfelden AG entdeckten Helfer das Tier in einer Höhle.

  • Das Tier war stark abgemagert und hätte nicht mehr lange in seinem Verlies überlebt.

  • Kater und Besitzer sind nun wieder vereint.

Eigentlich waren die Helfer des Clean-Up-Days am 30. Oktober in Rheinfelden AG im Namen der Umwelt unterwegs: Das Städtchen wurde geputzt und Abfall gesammelt. Dass die Pontoniere, die auf Weidlingen auf dem Wasser unterwegs waren, um den Rhein mit Abfalltauchern zu putzen, plötzlich zu Lebensrettern werden, hätte wohl niemand gedacht, lacht Roman Ackeret, Medienbeauftragter der Pontoniere Rheinfelden. «Wir fuhren den Rhein hinauf und wollten eigentlich aufhören, weil es zu regnen begann, als wir an einer Art Höhle im Ufergemäuer vorbei fuhren», schildert Ackeret. Beim Passieren bemerkten sie, dass «da etwas war», so Ackeret.

«Wir sahen nur leuchtende Augen im Dunkeln, ganz unten in der Ecke.» Einer der Weidlingsfahrer betrat die etwa fünf Meter tiefe Höhle, um nachzusehen. Da war er: ein grauer, getigerter Kater mit Halsband, der sich sichtlich über den Menschen freute, der da plötzlich stand. «Es war ein bewegender Moment.» Das Tier miaute seinen Retter an und liess sich auf dem Weidling mitnehmen. «Es ging ihm nicht gut, er war abgemagert und hätte dort wohl nicht überlebt», so Ackeret.

Herrchen konnte aus Sorge nicht mehr essen

«Über eine Anzeige in der Schweizer Tiermeldezentrale konnten wir dann den Kater dem Besitzer zuordnen.» Es handelte sich um den zweijährigen Cosmo, der über 25 Tage lang verschwunden war. «Ich vermute, er ist in die Höhle gefallen. Rauf konnte er nicht mehr und das Rheinwasser versperrte ihm den Weg nachhause. Bei Hochwasser wäre er ertrunken», so Ackeret.

Während Cosmos Abwesenheit wurde sein Besitzer wortwörtlich krank vor Sorge. «Sein Verschwinden hat auf mein Seelenheil geschlagen», sagte sein Herrchen gegenüber der «Aargauer Zeitung». Der 24-Jährige habe viel abgenommen, da er aus Sorge um sein Katerchen, sein «Ein und Alles», nicht mehr essen konnte. Auch Cosmo ist nach den Wochen in der Höhle mager, seine Pfoten wund und Krallen zerfetzt. Nun wird er mit besonderem Futter aufgepäppelt.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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