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Michael Jackson«Er war ein Perverser, ein Kinderbelästiger»

Der Kult um Michael Jackson findet nicht nur ungeteilte Zustimmung: Während ein US-Politiker deutliche Worte der Kritik fand, sagten einige Promis ihre Teilnahme an der heutigen Gedenkfeier ab. Sie wollen privat trauern.

von
Philipp Dahm

Während die Familie Michael Jackson um 17 Uhr unserer Zeit beerdigen will (20 Minuten Online berichtete), warten die Fans auf der ganzen Welt auf den Beginn der zentralen Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles (20 Minuten Online berichtet live). Über das Prozedere dort ist bisher erst wenig bekannt. Das gilt auch für die prominenten Gäste: Einige der gehandelten Namen sind mittlerweile aus dem Rennen.

Elisabeth Taylor, langjährige Freundin des Sängers, hat beispielsweise ihre Teilnahme abgesagt. «Ich wurde gebeten, im Staples Center zu sprechen. Ich kann nicht Teil dieser öffentlichen Aufregung sein. Und ich kann nicht garantieren, dass ich in der Stimmung wäre, ein Wort zu sagen. Ich glaube einfach nicht, dass Michael wollen würde, dass ich meine Trauer mit Millionen anderen teile. Was ich fühle, geht nur uns was an», schreibt die Aktrice via «Twitter». Und: «Ich liebe ihn zu sehr.»

Promis wollen privat trauern

Ins selbe Horn stösst Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe. Die Mutter seiner beiden ältesten Kinder hatte anfangs ihr Kommen zugesagt, sich dann aber laut Medienberichten anders entscheiden, nachdem Jackos Familie sie in einer VIP-Loge platziert hatte. Ihre Anwältin Marta Almli erklärte im Namen ihrer Mandantin: «Der Sturm medialer Aufmerksamkeit hat klar gemacht, dass ihre Teilnahme eine Ablenkung von einer Veranstaltung wäre, die sich exklusiv um Michaels Vermächtnis drehen soll. Debbie wird Michaels Andenken weiter privat würdigen.»

Auch Whitney Houston und Justin Timberlake werden entgegen erster Berichte nicht bei der Trauerfeier auftreten. Erstere soll von sich aus angeboten haben, ein Lied zu singen, doch der Vorstoss wurde abgelehnt, weiss die britische «Sun». Letzterer sei dagegen von der Familie gefragt worden, ob er auf die Bühne wolle. «Jermaine hat Justin gesagt, er wäre einer von Michaels Lieblingskünstlern. Aber er hat entschieden, dass er ihm seinen Respekt privat zollt», sagte ein Anonymus der Zeitung.

Politiker kritisiert Jacko-Kult

Kritik an der Mega-Show kommt auch aus der Politik. Nicht wegen der Ausmasse, sondern weil es um Michael Jackson geht. «Er war ein Perverser, ein Kinderbelästiger. Er war ein Pädophiler», polterte Peter King, ein Kongressabgeordneter aus New York. Die tägliche Berichterstattung würde das Leben Jacksons nur mit Samthandschuhen unter die Lupe nehmen, befand der Politiker. «Er mag ein guter Sänger gewesen sein, er konnte tanzen. Aber der Punkt ist: Würden Sie ihr Kind oder Enkel mit Michael Jackson in einem Raum lassen? Wofür glorifizieren wir ihn?»

Später ruderte der Abgeordnete King jedoch zurück. Er habe hervorheben wollen, dass etwa Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute viel mehr für die Gesellschaft tun würden, darüber aber niemand berichte. «Ich habe so viele gute Leute in den letzten Tagen gesehen, die für nichts gewürdigt werden und dann sehe ich diesen Typen, der wirklich ein Schuft ist, und er wird wie ein Zivilisationsheld behandelt», begründete der Politiker.

Der King of Pop wird im Forest Lawn-Friedhof in Hollywood Hills bestattet$$VIDEO$$(Quelle: APTN Video)

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