Aktualisiert 11.08.2009 13:40

Tarantino über Waltz«Er war entscheidend für den Film»

Christoph Waltz gilt als der heimliche Star des neuen Tarantino-Streifens «Inglourious Basterds»: Jetzt hat der Regisseur diesen Eindruck noch verstärkt, denn ohne den Österreicher hätte der «Pulp Fiction»-Macher nicht gedreht. Zudem erklärt Tarantino, warum er seine Film-Bösewichte liebt.

Quentin Tarantino schwärmt von den Berliner Dreharbeiten zu seinem neuen Kinofilm «Inglourious Basterds»: «Es gibt in Babelsberg das phantastische UFA-Studio. Dort konnte ich mir meine eigene Welt erschaffen. Jetzt ist ‚Basterds' auch ein Liebesbrief an das deutsche Kino geworden», sagte der Kult-Regisseur der deutschen «Vogue». «Wir drehten auf derselben Bühne, auf der schon Marlene Dietrich im ‚Blauen Engel' sang, und unser Produktionsbüro befand sich im früheren Büro von Goebbels.»

Dass die Nazi-Action-Farce überhaupt realisiert werden konnte, ist nicht zuletzt dem deutschsprachigen Charakter-Darsteller Christoph Waltz zu verdanken, wie Tarantino in dem Interview in dem Hochglanzmagazin verrät: «Er war entscheidend für den Film. Bei den Castings fand ich zuerst niemand, der zu hundert Prozent passte. Es kam der Moment, wo ich dachte: Das wird nichts.» Ohne die geeignete Besetzung der Rolle des Oberst Landa drohte das Filmprojekt zu scheitern. «Zwei Tage vor Deadline kam Christoph, setzte sich, las zwei Szenen – und ich flüsterte dem Produzenten zu: ‚Wir drehen doch'», erinnert sich der US-Regisseur.

Tarantino, der bei seinen Filmen nicht nur Regie führt, sondern auch produziert, die Drehbücher schreibt und selbst vor die Kamera tritt, glaubt fest daran: «Es gibt im Leben nur eine wahre grosse Liebe» – für ihn das Kino. So bedingungslos steht er auch zu den Charakteren in seinen Filmen, auch wenn es sich dabei um «Basterds» handelt: «Ich liebe alle meine Figuren aus der Perspektive der Allmacht. Denn für sie bin ich Gott, ich erschaffe sie ja. Also liebe ich sie, auch die Bösewichte und Verbrecher.»

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