Prozessauftakt: Er warf Stephanie lebend von der Teufelstalbrücke
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ProzessauftaktEr warf Stephanie lebend von der Teufelstalbrücke

27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der zehnjährigen Stephanie hat in Thüringen der Prozess gegen einen 66-Jährigen begonnen.

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mat
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Die zehnjährige Stephanie aus Weimar war im August 1991 ermordet worden.

Die zehnjährige Stephanie aus Weimar war im August 1991 ermordet worden.

Archivbild/Polizei
Ihre Leiche wurde unter der 53 Meter hohen Teufelstalbrücke gefunden.

Ihre Leiche wurde unter der 53 Meter hohen Teufelstalbrücke gefunden.

Keystone/Jan-peter Kasper
Am Dienstag wurde der Prozess gegen einen 66-Jährigen eröffnet. Der ehemalige Kraftfahrer ist vorbestraft.

Am Dienstag wurde der Prozess gegen einen 66-Jährigen eröffnet. Der ehemalige Kraftfahrer ist vorbestraft.

Keystone

Die zehnjährige Stephanie aus Weimar war im August 1991 mit ihrer Freundin in einem Park unterwegs, als sie von einem Fremden angesprochen wurde. Der Mann wollte, dass die Mädchen ihm das Schloss Belvedere zeigen, und bot ihnen dafür 50 Mark.

Stephanie willigte ein und das andere Mädchen bekam die Zusage, dass ihre Freundin um 16 Uhr wieder zu Hause sein würde. Doch sie blieb zwei Tage verschollen, ehe ihre Leiche unter der Teufelstalbrücke bei Jena gefunden wurde. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte der Täter sein Opfer lebend von der 53 Meter hohen Autobahnbrücke gestossen. Zuvor soll er mit der Zehnjährigen auf einen Waldweg bei Schleiz gefahren sein, um sie zu missbrauchen.

Mutter als Nebenklägerin

27 Jahre nach dem Mord hat am Dienstag vor dem Landgericht Gera der Prozess gegen einen 66-jährigen Tatverdächtigen begonnen. Zum Auftakt der Verhandlung schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Er schloss nach Angaben einer Gerichtssprecherin aber nicht aus, sich im Laufe des Prozesses zu äussern.

Für den Prozess gegen den ehemaligen Kraftfahrer sind weitere Termine bis Januar anberaumt. Die Mutter des getöteten Mädchens tritt als Nebenklägerin auf und ist in der kommenden Woche auch als Zeugin geladen. Sie erschien am Dienstag nicht persönlich vor Gericht, sondern liess sich von einem Anwalt vertreten.

Geständnis abgelegt

Der Fall Stephanie hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil es der Polizei nach akribischer Ermittlungsarbeit gelang, den wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraften Tatverdächtigen nach mehr als zweieinhalb Jahrzehnten aufzuspüren. Er wurde im März in Berlin festgenommen. In der Vernehmung legte der gebürtige Thüringer ein Geständnis ab.

Seit 2016 ermittelte die Sonderkommission «Altfälle» der thüringischen Polizei erneut zu Stephanies Tod und zwei weiteren Taten aus den Jahren 1993 und 1996, denen Kinder zum Opfer gefallen waren. Dem nun angeklagten 66-Jährigen kamen die Ermittler durch moderne Untersuchungsmethoden und ein neues elektronisches Fallbearbeitungssystem auf die Spur, in dem Daten zu den drei ungeklärten Thüringer Kindermorden erfasst und ausgewertet wurden.

Der Angeklagte war in den Neunzigerjahren bereits im Zusammenhang mit dem Mord an einem anderen Kind im Visier der Ermittler, konnte damals aber ein Alibi vorweisen. Er ist den Angaben zufolge bereits einschlägig vorbestraft und wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Jahr 1996 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vom Landgericht Gera zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. (mat/afp)

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