Tödlicher Unfall in Uster: «Er weint viel und fragt, wie es seinen Kollegen geht»

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Tödlicher Unfall in Uster«Er weint viel und fragt, wie es seinen Kollegen geht»

In Uster stürzten drei Kinder durch ein Sonnensegel. Ein Bub (9) erlag seinen Verletzungen. Wie die Schwester eines Opfers sagt, war es das erste Mal, dass er auf das Sonnensegel hochkletterte.

von
Monira Djurdjevic
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Ein neunjähriges Kind ist in Uster gestorben.

Ein neunjähriges Kind ist in Uster gestorben.

BRK News
Aus bislang unbekannten Gründen riss das Blachendach und die Buben stürzten aus etwa drei Metern in die Tiefe.

Aus bislang unbekannten Gründen riss das Blachendach und die Buben stürzten aus etwa drei Metern in die Tiefe.

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Die Kinder wurden verletzt.

Die Kinder wurden verletzt.

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Darum gehts

  • Drei Kinder sind am Samstag von einem Segeldach in Uster ZH drei Meter in die Tiefe gestürzt.
  • Sie erlitten unbestimmte Verletzungen.
  • Ein 9-Jähriger ist in der Nacht auf Sonntag im Spital gestorben.

Sara E. ist die Schwester von Garip (9), einem der Buben, die am Samstag verunglückten. Wie die 16-Jährige sagt, war sie gerade zuhause am Lernen, als ihre Schwester einen Anruf erhielt: «Ein Kollege sagte uns, dass wir zum Schulhaus kommen sollen. Mein Bruder hätte einen Unfall gehabt.»

Sie sei dann gleich hin: «Mein Bruder sass da und weinte. Er war der Einzige, der bei Bewusstsein war.» Wie die 16-Jährige sagt, blutete Garip aus der Nase: «Er sagte mir, dass sein Arm ihm weh tut.» Sofort habe sie ihre Eltern angerufen. Kurz darauf wurde Garip mit dem Krankenwagen ins Spital gebracht. Sara fuhr zusammen mit der Mutter mit. «Die anderen beiden Jungs wurden bereits vorher mit der Rega ins Spital geflogen.»

So erlebte Augenzeuge Alejandro Velez (16) den Unfall.

Während Sara und ihr Vater bis drei Uhr morgens im Spital waren, blieb die Mutter über Nacht. «Wir fuhren um 6 Uhr morgens dann gleich wieder hin.» Laut der 16-Jährigen gehe es ihrem Bruder körperlich den Umständen entsprechend gut. «Er hat sich den Arm gebrochen, Prellungen am Körper und Quetschungen am Bein erlitten.»

Bub kriegt Bilder nicht mehr aus dem Kopf

Psychisch sei der 9-Jährige aber stark angeschlagen: «Er weint sehr viel und fragt die ganze Zeit, wie es seinen Kollegen geht und ob sie noch leben.» Am Sonntag mussten sie ihm dann sagen, dass einer der Buben nicht überlebt hat: «Er hat nur noch geweint. Er zittert die ganze Zeit und wenn er mal einschläft, schreckt er plötzlich auf.»

Wie die 16-Jährige weiter erzählt, wird am Montag ein Psychologe den 9-Jährigen betreuen: «Das ist sehr wichtig. Er hat alles miterlebt und bringt die Bilder nicht mehr aus dem Kopf.» Trotzdem meint sie: «Mein Bruder hatte Glück im Unglück.»

Sonnensegel-Unfall in Uster: Marc Besson, Mediensprecher der Kapo Zürich, gibt Auskunft über den Ermittlungsstand.

20 Minuten

Garip habe ihr erzählt, dass sie auf dem Sonnensegel herumsprangen, als es plötzlich riss. «Seine beiden Kollegen fielen zuerst runter. Er selbst landete auf dem Tisch.» Laut der 16-Jährigen ist es das erste Mal, dass ihr Bruder dort hochgeklettert ist. «Ich weiss wirklich nicht, wie er auf so eine Idee gekommen ist.»

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