Kim Dotcom: Er will 167 000 Franken pro Monat

Aktualisiert

Kim DotcomEr will 167 000 Franken pro Monat

Villa, Leibwächter, Butler und Kindermädchen: Der Megaupload-Gründer hat gewaltige «Fixkosten». Doch die Richterin gewährt ihm nicht die gewünschte Summe aus seinem beschlagnahmten Vermögen.

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dsc
Kim Dotcom alias Kim Schmitz (links) ist am 22. Februar auf Kaution entlassen worden. Jetzt verlangt er vom neuseeländischen Gericht Zugriff auf sein Geld.

Kim Dotcom alias Kim Schmitz (links) ist am 22. Februar auf Kaution entlassen worden. Jetzt verlangt er vom neuseeländischen Gericht Zugriff auf sein Geld.

Ein neuseeländischer Richter hat die Entlassung von Megaupload-Gründer Kim Schmitz alias Kim Dotcom gegen Kaution aus der Untersuchungshaft bestätigt. Damit bleibt der Deutsche bis zu einer Anhörung über einen Auslieferungsantrag der USA im August auf freiem Fuss.

Den Antrag von Regierungsanwälten und US-Staatsanwälten, den 38-Jährigen wieder in Haft zu nehmen, weil Fluchtgefahr bestehe, wies der Richter zurück. Schmitz wurde im Januar in Neuseeland verhaftet. Er darf jetzt in seinem Haus nördlich von Auckland auf die Anhörung im Auslieferungsverfahren im August warten.

Zugleich gab das Gericht Schmitz und seiner Familie für die nächsten drei Wochen rund 30 000 neuseeländische Dollar aus dem mutmasslichen Millionenvermögen frei. Das sind umgerechnet rund 23 000 Franken.

Umschlagplatz im Internet

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Megaupload-Gründer eigentlich 220 000 Neuseeland-Dollar pro Monat haben (167 000 Franken), um die laufenden Kosten für sich und seine Familie zu decken; dazu gehören Kosten für Bodyguards, Kindermädchen und einen Butler. Ins Geld geht auch das luxuriöse Anwesen. Schmitz verlangte offenbar eine einmalige Zahlung von einer Million für die Miete seines luxuriösen Anwesens, beziehungsweise für die jährlichen Leasing-Gebühren. Die Frau des Megaupload-Gründers erwartet zudem Zwillinge und macht Bedarf an medizinischen Leistungen geltend.

Dotcom ist frustriert

Wie das neuseeländische Magazin stuff.co.nz berichtet, wird die wirtschaftliche Situation der Frau genau unter die Lupe genommen. Sie könnte in die geschäftlichen Beziehungen des untergegangenen Megaupload-Imperiums verwickelt sein.

Kim Dotcom nach seiner Anhörung

Richter: Keine Fluchtgefahr

Die US-Behörden hatten Dotcom und seine Mitstreiter vor gut einem Monat in Neuseeland festnehmen lassen. Sie werfen ihnen vor, Megaupload zu einem der grössten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen im Internet gemacht zu haben. Den Rechteinhabern sei dadurch eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden. Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung.

Der 37-Jährige war vergangene Woche gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. Dagegen ging die Staatsanwaltschaft in Berufung. Sie fürchtet, dass er sich mit seiner schwangeren Frau und drei kleinen Kindern nach Deutschland absetzen könnte. Als deutscher Staatsbürger könnte er dann nicht in die USA ausgeliefert werden. Eine Fluchtgefahr sah der Richter aber nicht. Laut US-Vorwürfen soll Dotcom aus dem illegalen Megaupload-Geschäft in den vergangenen Jahren 42 Millionen Dollar bekommen haben. (dsc/sda)

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