Aktualisiert 02.01.2012 06:04

Klare Worte Santorums

Er will Irans Atomanlagen bombardieren

Im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur hat Rick Santorum für den Fall seiner Wahl einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen angekündigt. Derweil tingelten andere Bewerber durch Iowa.

Mit einer kompromisslosen Linie gegenüber dem Iran will der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum punkten. Falls er gewählt werde, werde er die Atomanlagen des Iran bombardieren, sofern sie nicht für internationale Inspektoren geöffnet oder abgebaut würden, verkündete er.

Amtsinhaber Barack Obama habe nicht genug dafür getan, die Iraner am Bau einer Atombombe zu hindern und die USA in einen Papiertiger verwandelt, sagte Santorum in einer Sendung des US-Senders NBC am Sonntag.

Wie sein Vorgänger George W. Bush setzte Obama vor allem auf diplomatischen und wirtschaftlichen Druck, um den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu drängen.

Romney wirft Obama vor, «europäisch» zu politisieren

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner sind Favorit Mitt Romney und andere Bewerber am Wochenende durch Iowa getourt, um kurz vor dem Vorwahl-Auftakt in dem Bundesstaat unentschlossene Parteimitglieder auf ihre Seite zu ziehen.

Romney griff in einer Rede Präsident Barack Obama scharf an. Bei der Präsidentschaftswahl im November gehe es nicht nur darum, Obama abzulösen, sagte Romney bei einem Wahlkampfauftritt in einem Restaurant in der Kleinstadt Le Mars. «Dies ist eine Wahl, um die Seele Amerikas zu retten.»

Romney warf Obama vor, die USA in einen «europäischen Wohlfahrtsstaat» umwandeln zu wollen. Auch bei der Schuldenkrise Washingtons zog der frühere Gouverneur von Massachusetts eine Parallele zu Europa. «Wir steuern in die Richtung von Griechenland, Italien oder Spanien», sagte er mit Blick auf die finanziell angeschlagenen Euro-Staaten.

Romney suchte bereits gezielt das Fernduell mit Obama: Er warf ihm eine wirtschaftsfeindliche Politik vor, die für die hohe Arbeitslosigkeit und schwache Konjunktur in den USA verantwortlich sei. Seine republikanischen Mitbewerber erwähnte er mit keinem Wort.

Viele Republikaner noch unentschlossen

Eine am Samstag veröffentlichte Umfrage der Zeitung «Des Moines Register» bestätigte Romneys Führungsposition. Demnach sprachen sich 24 Prozent der Republikaner in Iowa, die mit grosser Wahrscheinlichkeit an den Vorwahlen teilnehmen wollten, für den Ex- Gouverneur und Unternehmer aus.

Auf Rang zwei folgte mit 22 Prozent der libertäre texanische Abgeordnete Ron Paul, der den Staat auf ein absolutes Mindestmass zurechtstutzen will. Der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum, der mit seiner strikten Ablehnung von Homo-Ehe und Abtreibung die Anliegen des christlich-evangelikalen Wählerblocks bedient, lag mit 15 Prozent auf dem dritten Platz.

Dem «Des Moines Register» zufolge sind aber noch 41 Prozent der wahrscheinlichen Vorwahl-Teilnehmer unentschlossen. Bei den sogenannten Caucuses treffen sich Republikaner am Dienstagabend überall in Iowa zu Wahlversammlungen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen.

Das Ergebnis ist vor allem symbolisch: Iowa hat nur wenige Delegierte für die offizielle Kandidatenkür auf dem Parteitag Ende August zu vergeben. Romneys Hoffnung ist, dass er erst Iowa und dann am 10. Januar die zweite Vorwahl in New Hampshire für sich entscheiden kann. Dort führt er in Umfragen deutlich.

Konkurrenten kritisieren Romney als zu liberal

Der nach einem Höhenflug im Spätsommer in den Umfragen abgestürzte texanische Gouverneur Rick Perry warf Romney am Samstag bei einem Auftritt in Boone in Iowa vor, die Wähler mit seinen vermeintlich konservativen Ansichten zu täuschen.

Auch Santorum nahm Romneys einst eher liberale Positionen bei Themen wie Abtreibung oder Waffengesetzen ins Visier. In der Kleinstadt Indianola rief er die Wähler auf, «ihrem Herzen zu vertrauen» und bei der Kandidatenwahl nicht nur darauf zu schielen, wem von den Meinungsforschern die besten Chancen gegen Obama eingeräumt werden. (sda)

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