3 mit Sex - «Er wird Vater – und hat Sex mit mir»
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3 mit Sex«Er wird Vater – und hat Sex mit mir»

Bruce lernt an einem Festival einen werdenden Vater kennen. Der Raver scheint etwas konservativ – bis Bruce seine Flirt-Skills auspackt.

von
Bruce
Zora Schaad
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Bruce hat auf einem Festival Sex mit Stefan, der in vier Monaten Vater wird und sich mit den Worten «Sorry, Pillen machen mich immer so schwul» verabschiedet.

Bruce hat auf einem Festival Sex mit Stefan, der in vier Monaten Vater wird und sich mit den Worten «Sorry, Pillen machen mich immer so schwul» verabschiedet.

Illu: Anna Deér
Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.
Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce, Ella und Lars besuchen ein Festival in Deutschland.

  • Dort treffen sie auf Stefan, der in vier Monaten Vater wird.

  • Bruce geht in die Flirtoffensive – mit durchschlagendem Erfolg.

Ella, Lars und ich putzen uns heraus. Mit dem Camper eines Bekannten sind wir für ein verlängertes Wochenende nach Deutschland gefahren. An einem Festival wollen wir ein Wochenende lang trinken, tanzen – und idealerweise ein Liebes-Abenteuer erleben. So stehen wir auf dem Parkplatz neben einer alten Kiesgrube, aus der tiefe Bässe klingen, und bedienen uns aus einer Kiste mit Vintage-Fummeln, die wir extra mitgenommen haben. Ella fuchtelt mit einem kleinen Handspiegel herum und Lars probiert schon das dritte Outfit.

«Style vor Komfort», referiere ich. «Wir müssen einfach genug Schichten überziehen, falls wir irgendwann kalt haben.» Nach einer halben Stunde sind wir fertig. Wir trinken die letzten Schlucke Wodka-Mate und machen uns auf den Weg zum Festival-Gelände. Die Sonne geht langsam unter, als wir endlich unseren am Nachmittag gemachten Covid-Test vorweisen können. Dafür ist ab sofort Masken-Striptease und wir verschwinden in einer Masse von Menschen. Menschen! Ganz viele! Jetzt geht’s los!

«Die Beine sind schwer, Party verlassen kommt aber nicht in Frage»

Es gibt drei Bühnen und alles ist mit bunten Lichterketten wunderbar dekoriert. Die vielen Menschen, das Piratenschiff aus Holz, die Food-Stände – es gibt viel zu entdecken. Nach dem nächsten Wodka-Mate bewegen wir uns rhythmisch, Schulter an Schulter in einer Menschenmasse auf Floor 2.

Ein paar Stunden später – ich habe keine Ahnung wie spät es ist – treffen wir uns in einem Beduinen-Zelt mit Teppichen und Sofas wieder. Die Beine sind langsam etwas schwer, aber die Party zu verlassen, kommt überhaupt nicht in Frage. Lars holt Getränke. Da setzt sich plötzlich Stefan zu uns. «Ist hier noch frei?», fragt er. Er ist älter als wir, sieht aber trotzdem recht jugendlich aus. Gut, das liegt vielleicht auch an seiner Kluft. Wir beginnen zu plaudern. Als Lars mit den Getränken zurückkommt, merkt Stefan an, dass wir mit unserer Aufmachung ziemlich «gay» aussehen. Wir ignorieren es.

«Er erzählt, dass er in vier Monaten Vater werde»

Ella erzählt von unserer WG, vom El Paso und dem Sommer. Er vom Festival, an dem er jedes Jahr sei, vom Moment der Freiheit, die diese Auszeit in seinem Leben als Informatiker bedeute. Und davon, dass er in vier Monaten Vater werde. Wir gratulieren. Seine Frau sei nicht hier, aber sie habe ihn ermutigt noch einmal herzukommen, bevor der Kleine auf der Welt sei. «Wisst ihr einen guten Jungennamen mit M?», fragt Stefan. Es müsse ein Name mit M sein, erklärt er. Er heisse Maas und eine Alliteration fände er schön.

Langsam dämmert mir, dass Stefan wohl irgendwas genommen haben muss. Ein solches Gespräch führt man nicht mit Wildfremden. Und überhaupt sass Stefan auch erstaunlich nahe neben mir, dafür, dass er mich etwas abschätzig für «gay» hält. Ich beschliesse, in die Offensive zu gehen. Ich gebe Ella mit den Augen ein Zeichen, zu verschwinden. Sie versteht sofort. «Komm, Lars, lass uns nochmal tanzen gehen!» Mir sei noch nicht danach, sage ich. Und auch Stefan bleibt sitzen.

«Sorry, Pillen machen mich immer so schwul»

Als wir da so zu zweit sitzen, viel zu nahe, fasse ich Stefans Bein an. Er erwidert die Geste. Und nach zwei Minuten wälzen wir uns wild rumfummelnd auf dem Sofa. Nach weiteren zehn Minuten auf dem Laub im nahen Wald. Der Sex ist mehr ein Gegrabsche und Gelecke. Aber Stefan ist voll on.

Als wir im Morgengrauen endlich zurück im Wohnwagen sind, erzähle ich Lars und Ella vom weiteren Verlauf der Geschichte. Und auch, dass Stefan zum Abschied meinte: «Sorry, Pillen machen mich immer so schwul.» «So ein Trottel», ärgert sich Lars. «Als obs da was zum Schämen gäbe.» Nun, denke ich, der verheiratete Informatiker Stefan Maas ist einfach bisexuell. Wie so viele. Warum ist das so schwierig zu akzeptieren? Aber immerhin hat er ja ein Ventil gefunden. Im Gegensatz zu vielen anderen.

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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