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Weinfelden TGEr wollte freiwillig ins Gefängnis und fuhr mit Maserati vor

Der Weinfelder Giuseppe Grasso (58) hatte seinen Nachbarn angegriffen. Statt die Busse zu zahlen, entschied er sich die Strafe abzusitzen. Im Gefängnis hielt er es allerdings nur drei Stunden aus.

von
Tabea Waser
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Zwölf Tage Knast hätten es werden sollen. 

Zwölf Tage Knast hätten es werden sollen.

ajv.tg.ch
Giuseppe Grasso aus Weinfelden TG wollte eine Busse lieber im Gefängnis absitzen. 

Giuseppe Grasso aus Weinfelden TG wollte eine Busse lieber im Gefängnis absitzen.

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Nach drei Stunden im Kantonalgefängnis in Frauenfeld gab er jedoch auf. 

Nach drei Stunden im Kantonalgefängnis in Frauenfeld gab er jedoch auf.

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Darum gehts

  • Seit Jahren liegt Giuseppe Grasso (58) aus Weinfelden TG im Streit mit seinem Nachbarn.

  • Durch eine Sandsteinmauer in seinem Haus tropft Wasser und richtet Schäden an.

  • Grasso glaubt, sein Nachbar ist daran Schuld.

  • Wiederholt landete der Fall vor Gericht.

  • Grasso selbst greift dabei auch zu unlauteren Mitteln.

  • Gegen ihn wurde deshalb ein Strafbefehl erlassen.

  • Die Busse daraus zahlen wollte er allerdings nicht.

  • Er wollte lieber ins Gefängnis, hielt es dort aber nicht lange aus.

  • Nun hat er die Busse doch bezahlt.

«Ich wusste nicht, dass die Zellen so versifft sind. Es war katastrophal. Die Matratze lag an der Wand, überall hatte es Flecken, und das WC war verkalkt», beklagt sich Giuseppe Grasso (58) gegenüber «Blick». Eigentlich hätte der Weinfelder zwölf Tage im Thurgauer Kantonalgefängnis in Frauenfeld absitzen wollen. Dies, weil er die Busse aus einem Strafbefehl nicht zahlen wollte.

Mit dem Maserati fuhr er am Montag zum Haftantritt. Mit dabei Laptop und Smartphone. Doch bereits nach drei Stunden hielt er es nicht mehr aus. Nebst dem «Dreck» gab dem Nichtraucher vor allem der «entsetzliche» Geruch nach Rauch den Rest. Wie die Zeitung weiter schreibt, zahlte er die Busse in Höhe von 2450 Franken dann doch lieber, als noch länger in der Zelle zu hocken. Die Verfahrenskosten sind noch offen.

Lange Vorgeschichte

Dem Gefängnisaufenthalt geht ein langer Nachbarschaftsstreit voraus. Bei einer Sandsteinmauer in Grassos Liegenschaft tropft seit Jahren Wasser durch. Er glaubt, dass sein Nachbar, der weiter oben wohnt, dafür verantwortlich ist. Das führte zu diversen Prozessen. Allerdings nicht zu einem Urteil, wie es Grasso sich wünscht. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Um seine These zu beweisen, sind Grasso auch unlautere Mittel recht. Laut der «Thurgauer Zeitung» betrat er unerlaubt das Grundstück des Nachbarn, schlug ihn und das Auto. Darüber hinaus zerstörte er Wasserleitungen oder manipulierte daran herum. Dazu kommt laut der Zeitung Versicherungsbetrug. Dafür erhielt er einen Strafbefehl. Die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Geldstrafe von 55 Tagessätzen, sowie eine Busse von 2450 Franken. Hinzu kommend die Verfahrenskosten.

Noch einmal in den Knast würde Grasso wohl nicht. Gegenüber «Blick» bilanziert er: «Im Fernsehen hatte ich wunderschöne Schweizer Gefängnisse gesehen. Aber das war definitiv kein Hotel, sondern ein ganz schrecklicher Ort!»

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