Aktualisiert 04.02.2004 14:20

Er wollte Sex mit Kindern: Ustermer Lehrer verurteilt

Wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfacher sexueller Nötigung und versuchter Vergewaltigung schickte das Zürcher Obergericht den heute 47-jährigen Lehrer aus Uster (ZH für zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Der Schuldspruch des Obergerichts hebt das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Zürich auf. Dieses hatte den Mann im vergangenen Sommer nur wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind mit fünf Monaten Gefängnis bedingt bestraft. Der Angeklagte nahm an der Obergerichtsverhandlung nicht teil, sondern liess sich durch seinen Verteidiger vertreten. Dieser hatte in der Hauptverhandlung vom vergangenen 2. Dezember, wie berichtet, auf Freispruch plädiert. Der Staatsanwalt forderte damals wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte vier Jahre Zuchthaus. Gemäss Obergericht muss der Mann seinem Opfer 27.000 Franken an Genugtuung und Schadenersatz zahlen. Weiter gehende Forderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Der Lehrer soll gemäss Anklage von 1991 bis 1994 mit einem damals zwölf- bis 14-jährigen Mädchen, das als Babysitter in seinem Haus ein und aus ging, sexuelle Kontakte gehabt haben, die in einer versuchten Vergewaltigung gipfelten. In erster Instanz war lediglich von einem Zungenkuss die Rede gewesen. Das Obergericht stellte auf die Aussagen des Opfers ab. Dessen lebensnahe, glaubhafte Schilderung der Übergriffe liessen eine Erfindung als unglaubhaft erscheinen, hiess es in der mündlichen Urteilsbegründung. Die sexuellen Handlungen hatten keinen Zusammenhang mit der schulischen Tätigkeit des Mannes, sondern erfolgten im privaten Umfeld.

Der Lehrer war, wie berichtet, vom Volksschulamt des Kantons Zürich im vergangenen Oktober freigestellt worden. Schon früher hatte die Stadt Uster den Mann als teilzeitlichen Sportmanager entlassen. Jemand, der Mühe habe, die persönliche Integrität von Kindern und Jugendlichen zu respektieren, müsse von Funktionen fern gehalten werden, die ihn beruflich mit Kindern und Jugendlichen zusammenbrächten, hatte die Stadtregierung argumentiert. (dapd)

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