Frau in Zürich erstochen: «Er wollte sie immer kontrollieren und war herrschsüchtig»

Aktualisiert

Frau in Zürich erstochen«Er wollte sie immer kontrollieren und war herrschsüchtig»

Zweifachmutter L.B. wurde am Mittwoch in ihrer Wohnung in Zürich getötet. Ihr Ehemann steht unter Tatverdacht. Nun spricht eine ehemalige Kollegin des Opfers. 

von
Anna Ehrensberger
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Die Polizei hat an der Baslerstrasse im Zürcher Kreis 9 ein schwer verletztes Ehepaar in einer Wohnung gefunden.

Die Polizei hat an der Baslerstrasse im Zürcher Kreis 9 ein schwer verletztes Ehepaar in einer Wohnung gefunden.

BRK
Der Mann (50) wurde mit Stichverletzungen in kritischem Zustand in ein Spital gebracht.

Der Mann (50) wurde mit Stichverletzungen in kritischem Zustand in ein Spital gebracht.

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Seine Ehefrau (40) starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmassnahmen noch vor Ort. 

Seine Ehefrau (40) starb trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmassnahmen noch vor Ort. 

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Darum gehts

  • Bei einem Femizid in Zürich-Altstetten kam die 40-jährige L.B. ums Leben.

  • Die Staatsanwaltschaft hat für den Ehemann U-Haft beantragt.

  • Laut einer ehemaligen Kollegin wollte er seine Frau immer kontrollieren. 

Die 40-jährige L.B.* wurde am Mittwoch in ihrer Wohnung im Zürcher Kreis 9 erstochen. Zum Tatzeitpunkt befanden sich zwei Kinder in der Wohnung. Ihr Ehemann E.B.* steht unter Tatverdacht. Die Staatsanwaltschaft hat für den 50-Jährigen U-Haft beantragt. 

«Sie war ein liebenswürdiger Mensch und eine liebevolle Mutter. Dass sie so brutal aus dem Leben gerissen wurde, ist schrecklich. Mir geht es sehr schlecht», erzählt eine ehemalige Kollegin von L.B. Wie die Frau sagt, lebte die Familie eher zurückgezogen. Der Ehemann habe in der IT-Branche gearbeitet.

«Sie hatte fast keine Freunde»

«Ich mochte ihn nie. Er wollte sie immer kontrollieren und war sehr herrschsüchtig. L. hatte deswegen fast keine Freunde», erzählt die ehemalige Kollegin weiter. L. habe sie nun schon länger nicht mehr gesehen: «Ich ging irgendwann auf Distanz, weil ich es nicht ertragen konnte, wie er sich verhielt und mit ihr umging.» Der ehemaligen Kollegin tun vor allem die Kinder leid. «Dass sie das miterleben mussten, macht mich traurig.»

Die Stadtpolizei Zürich wurde am Mittwoch kurz nach 18 Uhr zu einem Notfall in einer Liegenschaft an der Baslerstrasse gerufen. In der Wohnung trafen die Polizisten und Polizistinnen auf zwei schwer verletzte Personen, die Stichverletzungen aufwiesen. Der Mann wurde in kritischem Zustand in ein Spital gebracht. Die Frau verstarb noch vor Ort. Laut der Polizei sind die Umstände und Hintergründe, wie es zu den schweren Verletzungen der beiden und dem Tod der Frau gekommen ist, noch unklar. 

*Name der Redaktion bekannt

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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