Aktualisiert 22.12.2003 12:12

Erb-Autogeschäft von Belgier übernommen

Das Autogeschäft der unter Milliardenschulden zusammengebrochenen Winterthurer Erb-Gruppe wird von der belgischen Alcopa-Gruppe mit sämtlichen Beschäftigten übernommen.

Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Erb-Gruppe fand auch eine Lösung für Hyundai-France.

Für das Erb-Autogeschäft wurde mit dem Sachwalter vergangenen Samstag eine Übernahmevereinbarung getroffen, wie die europaweit tätige Alcopa-Gruppe am Montag mitteilte. Alcopa übernimmt kommenden Mittwoch das bewegliche Vermögen des Autobereichs der Erb-Gruppe. Laut deren eigener Mitteilung ist dieser in der Herfina AG zusammengeschlossen, die in Nachlassstundung steht; laut der Erb-Gruppe geht es auch um rund 30 Erb-Garagenbetriebe und um insgesamt rund 1.000 Arbeitsplätze. Alcopa sprach von rund 750 Angestellten. Nicht übernommen werden die Immobilien und die Passiven. Die Aktiven sind gebunden an den Import der Automarken Hyundai, Mitsubishi und Suzuki sowie an 17 Vertriebshändler dieser Marken sowie drei GM-Händler und einen Mercedes-Händler. Zum Übernahmepreis wurden keine Angaben gemacht. Alcopa erhielt den Zuschlag nach Gesprächen mit mehreren Übernahmeinteressenten, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Laut Erb-Gruppe muss der Deal noch vom Nachlassrichter genehmigt werden; die eigentliche Übergabe der Betriebe sei bis spätestens Ende Jahr geplant. Erb-Generalsekretär Stefan Holenstein sagte im «Regionaljournal» von Radio DRS, Alcopa habe aus heutiger Sicht das beste Angebot gemacht.

Alcopa ist eine belgische Holdinggesellschaft mit internationaler Ausrichtung und beschäftigt fast 1.800 Personen in 90 Firmen. 2002 erzielte Alcopa einen Umsatz von 917 Millionen Euro (umgerechnet fast 1,5 Milliarden Franken). Die Alcopa-Gruppe ist seit mehr als 50 Jahren im Import und Vertrieb von Autos und Motorrädern sowie von Büromöbeln tätig. Das Auto- und Motorradgeschäft betreibt die Gesellschaft in europäischen Staaten und in Südafrika. In der Schweiz ist Alcopa mit Peugeot- und Suzuki-Motorrädern am Markt.

Mit der Übernahme des Erb-Autogeschäfts könne Alcopa auf dem Schweizer Markt wachsen und das vorhandene Know-how für die Schweizer Kundschaft weiter entwickeln, wurde Alcopa-Konzernchef Dominique Moorkens zitiert. Einzelheiten zur Übernahme sollen am Montagnachmittag in Zürich bekannt gegeben werden.

Die Erb-Gruppe gab zudem bekannt, auch für die 50-Prozent-Beteiligung an Hyundai-France sei eine Lösung gefunden worden. Der Anteil wird vom Joint-Venture-Partner, der Zürcher Emil Frey AG, übernommen. Der Vertrag soll bei Vorliegen der erforderlichen Bewilligungen so rasch als möglich vollzogen werden. (dapd)

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