Aktualisiert 22.12.2003 07:00

Erb-Pleite: Banken nicht gefährdet

Der Zusammenbruch der Winterthurer Erb-Gruppe ist laut der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) für keine der engagierten Banken existenzbedrohend.

Die Grossbank CSG räumte am Sonntag Fehler in der Risikobeurteilung ein. Die UBS hatte ihr Engagement bereits 1998 abgebaut und die Erb-Gruppe zu mehr Transparenz aufgefordert.

«Wir haben die Ausstände der uns bekannten Schweizer Banken erhoben», sagte der Direktor der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), Daniel Zuberbühler, in einem Interview der «SonntagsZeitung» zum Debakel bei der Erb-Gruppe. Angaben zum Ausmass der Beteiligung der Banken machte er aber keine. Die potenziellen Verluste seien für keine der Banken existenzbedrohend. «Wenn elementare Fehler festzustellen sind, kann dies personelle und organisatorische Konsequenzen haben», sagte Zuberbühler weiter.

Die im Rahmen von «Basel II» vorgesehenen neuen Eigenmittelvorschriften der internationalen Bankenaufsicht mit einer genaueren Bewertung der Kreditrisiken hätten den Fall Erb kaum vermeiden können. «Wenn die Bank über falsche und mangelhafte Informationen ihres Schuldners verfügt oder es versäumt, Informationen einzuholen, hilft ihr auch Basel II nicht weiter», sagte der EBK-Direktor.

Der Co-Chef der Credit Suisse Group (CSG), Oswald Grübel, hat Fehler seiner Bank bei der Einschätzung der finanziellen Situation der Erb-Gruppe eingeräumt. «Wir haben das Risiko teilweise falsch eingeschätzt», sagte Grübel in einem Interview des «SonntagsBlicks». Dies sei ein Fehler gewesen, den aber auch andere Banken gemacht hätten. «Wir werden daraus lernen», sagte er weiter. Zum Ausmass des Engagements der CSG bei der Erb-Gruppe wollte er nichts sagen. «Aber wir erwarten, dass die vorzunehmenden Rückstellungen für die Erb-Kredite keinen sehr grossen negativen Einfluss auf den Quartalsabschluss der Gruppe haben werden», sagte Grübel weiter.

UBS-Konzernchef Peter Wuffli nahm in dem Interview der «Finanz und Wirtschaft» vom Samstag zum Kreditengagement der Grossbank bei der zusammengebrochenen Erb-Gruppe in Winterthur Stellung. Seit Mitte der 90er-Jahre habe die UBS der Erb-Gruppe keine Kredite mehr gewährt. Seit der Fusion zwischen Bankverein und Bankgesellschaft zur UBS im Jahre 1998 sei das Engagement um über 50 Prozent abgebaut worden. Die UBS habe die Erb-Gruppe zudem immer wieder zu mehr Transparenz gedrängt. (dapd)

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