Aktualisiert 18.04.2014 23:23

Kepler-186fErdähnlichster Planet entdeckt

Zehn Prozent grösser und etwas kühler als die Erde soll der neue Planet sein. Das Jahr dauert dort lediglich 130 Tage und es könnte Wasser darauf existieren.

Diese Visualisierung von Kepler-186f stammt von der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Diese Visualisierung von Kepler-186f stammt von der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

500 Lichtjahre entfernt haben Astronomen den nach ihren Angaben der Erde bislang ähnlichsten Planeten entdeckt. Kepler-186f umkreist in der Goldilocks-Zone einen Stern im Sternbild Cygnus (Schwan), teilten die Forscher am Donnerstag mit. Ein detaillierter Bericht ihrer Messungen erscheint am Freitag in der Fachzeitschrift «Science».

Seit Jahren suchen sogenannte Planetenjäger nach bewohnbaren Orten ausserhalb unseres Sonnensystems. «Das ist das beste Beispiel für einen bewohnbaren Planeten, der bislang entdeckt wurde», erklärte ein Astronom der Universität von Kalifornien, Geoff Marcy. Marcy war an der Entdeckung nicht beteiligt.

Der Planet wurde vom «Kepler»-Teleskop der US-Weltraumbehörde Nasa entdeckt. Er ist zehn Prozent grösser als die Erde und könnte gut flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche haben - eine zentrale Voraussetzung für Leben. Dies sei möglich, weil der Planet auf einer äusseren Bahn der bewohnbaren Temperaturzone seinen Stern umkreist. Die Temperatur dürfte etwas kühler als auf der Erde sein, die Durchschnittstemperatur knapp über dem Gefrierpunkt liegen - «ähnlich dem Sonnenauf- oder Untergang an einem Frühlingstag», sagte Marcy.

Die leitende Forscherin am Ames Research Center der NASA für das Projekt, Elisa Quintana, sagte, sie betrachte den Planeten eher als einen «Cousin» der Erde denn als einen Zwilling, weil er einen Stern umkreise, der kleiner und dunkler als unsere Sonne ist. Während die Erde die Sonne in 365 Tagen umrundet, braucht Kepler-186f bei seinem Stern dafür nur 130 Tage. «Sie haben auf diesem Planeten alle 130 Tage Geburtstag», sagte sie.

Ob der Planet eine Atmosphäre hat, können die Forscher nicht sagen. Falls ja, könnte diese einen grossen Anteil Kohlendioxid haben, vermuten aussenstehende Fachleute. Trotz aller Unterschiede «können wir jetzt auf einen Stern zeigen, der wirklich ein der Erde sehr ähnlicher Planet ist», sagt ein Wissenschaftler der Harvard-Universität, David Charbonneau, der nicht zum Team gehört.

«Kepler» hat seit seinem Start 2009 961 Planeten bestätigt, aber nur einige wenige Dutzend in einer bewohnbaren Zone. Das Teleskop hat seinen ursprünglichen Auftrag erfüllt. Im vergangenen Jahr fiel ein Mechanismus aus, mit dem es justiert wird. Die NASA hat noch nicht entschieden, ob sie das Teleskop in einem reduzierten Umfang weiter nutzt. (sda)

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