25.10.2020 20:47

Erdbeben der Stärke 4,4 im Kanton Glarus «Alles hat sich bewegt und gezittert»

Im Kanton Glarus wurden am Sonntagabend zwei Erdbeben registriert. Auch im Baselbiet kam es zu einer Erschütterung. Die Beben waren verbreitet spürbar.

1 / 3
Im Kanton Glarus hat am Sonntagabend die Erde gerüttelt – das Beben der Stärke 4,4 war in der ganzen Schweiz spürbar. 

Im Kanton Glarus hat am Sonntagabend die Erde gerüttelt – das Beben der Stärke 4,4 war in der ganzen Schweiz spürbar.

EMSC
Um 20.42 Uhr wurde ein erneutes Beben der Stärke 2,7 bei Elm und eine Minute später eine weitere Erderschütterung der selben Stärke bei Gelterkinden im Baselbiet registriert.

Um 20.42 Uhr wurde ein erneutes Beben der Stärke 2,7 bei Elm und eine Minute später eine weitere Erderschütterung der selben Stärke bei Gelterkinden im Baselbiet registriert.

KEYSTONE
 Kleinere Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums vereinzelt möglich, teilt der Erdbebendienst mit. 

Kleinere Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums vereinzelt möglich, teilt der Erdbebendienst mit.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Im Kanton Glarus und auch im Baselbiet hat am Sonntagabend mehrmals die Erde gebebt. Das stärkste Beben wurde gemäss dem Erdbebendienst der ETH Zürich um 20.35 Uhr mit einer Magnitude von etwa 4,4 registriert. Erdbeben dieser Stärke sind in der Schweiz eher selten.

Das Epizentrum befand sich beim Berg Kärpf im Kanton Glarus, wie der Erdbebendienst auf dem Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gab. Es blieb aber nicht bei diesem einzelnen Beben, sondern es kam zu zahlreichen Nachbeben: Um 20.42 Uhr wurde ein erneutes Beben der Stärke 2,7 bei Elm und eine Minute später eine weitere Erderschütterung der selben Stärke bei Gelterkinden im Baselbiet registriert.

Um 20.43 Uhr kam es gemäss Erdbebendienst erneut beim Kärpf zu einer Erderschütterung von etwa der Magnitude 3,6 und um 21.13 Uhr wurde in Elm eine weitere Erschütterung von etwa der Stärke 2,9 gemessen. Um 23:23 vermeldete der Schweizerische Erdbebendienst ein weiteres Nachbeben der Stärke 3,1.

Erdbeben-Webseite überlastet

Erdbeben mit einer Stärke von mehr als vier sind zumeist verbreitet spürbar. So gab der Erdbebendienst am Abend bekannt, dass die Beben bei Elm weiträumig verspürt worden seien. Die Webseite des Erdbebendienstes war angesichts der Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger vorübergehend nur eingeschränkt abrufbar und der Erdbebendienst telefonisch nicht zu erreichen.

Aber auch in anderen Regionen wurde gemeldet, dass eine oder mehrere Erschütterungen verspürt worden sind: «Ich habe das Beben sehr deutlich wahrgenommen, mit mehreren kleinen Nachbeben», schreibt etwa ein Leserreporter aus Rorschach im Kanton St.Gallen. Ein Leser aus Falera GR schreibt: Mein Wohnzimmer wurde erschüttert, ich bin erschrocken aufgesprungen.» Vereinzelt können Erdbeben dieser Stärke auch kleinere Schäden verursachen.

Keine Personenschäden

In der Notrufzentrale der Glarner Kantonspolizei wurde das Beben deutlich verspürt. Der diensttuende Polizeibeamte sagte auf Anfrage von Keystone-SDA, das Beben sei während rund zehn bis zwölf Sekunden deutlich spürbar gewesen. «Optisch hat sich alles bewegt und gezittert», schilderte er das Geschehen.

Anschliessend sei das Telefon heissgelaufen. Zählen habe er die Anrufe nicht mehr können, aber es dürften Dutzende gewesen sein. Meldungen über Sach- oder sogar Personenschäden seien aber vorerst keine eingegangen.

Erdbeben mit Magnitude 4 eher selten

Erdbeben mit der Magnitude 4 oder höher sind in der Schweiz eher selten. Das schwerste Erdbeben in der Schweiz in den letzten mehr als zehn Jahren ereignete sich am 3. März 2017 unter dem Urnerboden: Es erreichte damals eine Magnitude von 4,6 und war damit stark genug, um kleinere Schäden an Gebäuden zu bewirken. Es kam damals zu rund 100 Nachbeben.

Das stärkste Beben im letzten Jahr ereignete sich Ende Mai in der Nähe von Novel im Wallis und wies eine Magnitude von 4,2 auf. Damals gab es rund 600 Meldungen von Menschen, die das Beben verspürt hatten.

Überhaupt war 2019 ein Erdbebenjahr gewesen. So wurden etwa doppelt so viele spürbare Erdbeben verzeichnet wie im langjährigen Mittel. Zu gegen 50 der insgesamt 1670 aufgezeichneten Erdstösse waren fünf oder mehr Verspürtmeldungen eingegangen. Und die insgesamt 1670 registrierten Erdbeben stellten einen neuen Höchstwert seit Beginn der modernen Erdbebenüberwachung in den 1970er-Jahren dar.

Eine solche Häufung gilt als eher selten, ist aber auch nicht unerwartet. Sie weist auch nicht auf eine erhöhte Gefährdung durch Erdbeben hin.

Etwas gesehen? Schicken Sie es uns per Whatsapp!
Diese Nummer sollten Sie sich gleich jetzt in Ihrer Kontaktliste speichern, denn Sie können Fotos und Videos per Whatsapp an die 20-Minuten-Redaktion schicken.

(SDA/kat)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
469 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

chemtrail

26.10.2020, 14:18

Dank den Schutzmasken sind wir mal wieder glimpflich davongekommen. Erdbeben sind wie Viren: Sie lassen sich nicht beeinflussen,aber Schutzmaske braucht es trotzdem.

Chris

26.10.2020, 12:04

Die Schweiz war mal Meeresgrund. Was sich hebt, kann sich auch wieder senken.

babs

26.10.2020, 10:27

Ich habs auch gespürt und das am entfernten bodensee... Wieso man bei einem Erdbeben beim Notruf durchklingelt bleibt mir allerdings ein Rätsel. Ausgenommen natürlich das Haus stürzt ein oder es gibt Verletzte....