Aktualisiert 14.06.2008 16:12

NATURKATASTROPHEErdbeben in Nordjapan: Zwei Tote und Radioaktivität

Bei einem starken Erdbeben im Norden Japans sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und 64 verletzt worden. Ein Atomkraftwerk wurde beschädigt und verlor eine kleine Menge an radioaktivem Wasser.

Die Erdbebenwarte in Tokio registrierte den ersten Erdstoss um 08.43 Uhr Ortszeit (01.43 Uhr MESZ) mit einer Stärke von 7,2 in der Präfektur Iwate.

Augenzeugen berichteten, die Erde habe in der ländlichen Gegend 30 Sekunden lang gebebt. Danach gab es mehrere Nachbeben, das heftigste erreichte die Stärke 5,6. Medienberichten zufolge gab es mehrere Erdrutsche, die zum Teil Landstrassen blockierten. Ferner soll eine Brücke eingestürzt sein.

Bei den Toten handelte es sich nach Angaben Machimuras um einen Mann, der in Panik aus einem schwankenden Haus lief und von einem Lastwagen überfahren wurde. Das zweite Todesopfer sei ein Mann, der beim Angeln von einem Erdrutsch verschüttet wurde.

Nach dem Erdbeben waren 29.000 Haushalte ohne Strom, sagte Machimura. Die beiden Atomkraftwerke in der Region würden untersucht, zunächst lägen keine Informationen über Schäden vor.

Iwate liegt rund 450 Kilometer nördlich von Tokio. Das Beben war auch in der Hauptstadt zu spüren.

Die japanische Erdbebenwarte registrierte das Erdbeben zunächst mit der Stärke 7,0, korrigierte dies später aber auf 7,2. Das Epizentrum lag in etwa zehn Kilometern Tiefe; eine Tsunami-Warnung wurde nicht gegeben.

Japan ist eine der am meisten erdbebengefährdeten Regionen der Welt. Im vergangenen Juli kamen bei einem Erdbeben der Stärke 6,8 in derselben Region elf Menschen ums Leben. Das Epizentrum lag vor einem Jahr in Niigata, etwas südwestlich von dem des Bebens am Samstag. Damals wurde auch ein Atomreaktor beschädigt. 1995 kamen bei einem Erdbeben in Kobe 6.400 Menschen ums Leben.

Radioaktivität tritt aus

Nach dem schweren Erdbeben in Japan ist bei einem Atomkraftwerk in Fukushima eine kleine Menge radioaktives Wasser ausgetreten. Die Betreibergesellschaft erklärte am Samstag, 14,8 Liter Wasser seien aus einem Becken ausgetreten.

Dort waren radioaktive Geräte gelagert. Es gehe keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Die Strahlung des Wasser liege weit unter dem Niveau, das möglicherweise die Umwelt in Mitleidenschaft ziehen könnte, sagte ein Sprecher des Werkes. Das Atomkraftwerk laufe weiter. (dapd)

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