Deutschland: Erdloch verschluckt Auto
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DeutschlandErdloch verschluckt Auto

Einige Bewohner im deutschen Schmalkalden dürften beim Aufwachen ziemlich erschrocken sein: Vor ihren Häusern ist ein riesiger Krater entstanden.

Bei einem Erdrutsch in einem Wohngebiet in der Stadt Schmalkalden in Thüringen hat sich am Montag ein riesiges Erdloch aufgetan. Laut thüringischem Umweltministerium misst er 30 mal 30 Meter und ist rund 20 Meter tief. Ein Auto stürzte in das Erdloch. Menschen kamen ersten Erkenntnissen zufolge nicht zu Schaden. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Experten des Landesbergamts und der Landesanstalt für Umwelt und Geologie machen sich vor Ort ein Bild von dem Unglück, wie ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd sagte. Dass der Krater ein Folgeschaden des Salzbergbaus ist, sei nach ersten Erkenntnissen auszuschliessen.

Der thüringische Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) sagte dem Fernsehsender N24, man gehe von einer natürlichen Ursache für den Erdrutsch aus. Denkbar seien etwa «Auswaschungen im Untergrund». Über das weitere Vorgehen sei noch nicht abschliessend entscheiden worden. Das Loch werde voraussichtlich mit Kies verfüllt. «Aber das müssen die Experten noch näher beleuchten», sagte Reinholz.

Das Riesenloch in Guatemala (2007)

Erde rutscht weiter nach

Am Kraterrand rutschte unterdessen weitere Erde nach. «Es bröckelt ein wenig», sagte Polizeisprecher Fred Jäger. Reinholz zufolge droht auch eine Garage, die unmittelbar an der Bruchkante steht, in das Loch abzurutschen. Strom, Wasser und Gas seien abgestellt worden, um keine weiteren Gefahren zu erzeugen.

60 Meter tiefes Loch in Guatemala

Die Rettungskräfte waren gegen 3 Uhr von einem Anwohner alarmiert worden, der ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen hatte. Der Unglücksort wurde daraufhin weiträumig abgesperrt. Die Polizei war mit einem Helikopter im Einsatz. Menschen seien nicht verletzt worden, sagte Polizeisprecher Jäger. Sechs Wohnhäuser mussten evakuiert werden. Die 25 Anwohner seien in Feuerwehrzelten betreut worden, zum Teil aber auch schon bei Angehörigen untergekommen. Für den Nachmittag war eine Pressekonferenz in Schmalkalden angekündigt.

(sda)

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