Ölpreis ist so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr

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77 Dollar pro FassErdöl kostet so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr

Weil sich die grossen Player im Erdölmarkt nicht einigen können, steigt der Erdölpreis rasant. Ob der Streit der erdölfördernden Länder bald geschlichtet werden kann, ist unklar.

Reto Heimann
von
Reto Heimann
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Der Ölpreis steigt seit Monaten.

Der Ölpreis steigt seit Monaten.

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Am Dienstag kostete ein Fass 77 Dollar – so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Am Dienstag kostete ein Fass 77 Dollar – so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr.

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Grund ist ein Streit bei der Organisation erdölfördernder Länder (Opec).

Grund ist ein Streit bei der Organisation erdölfördernder Länder (Opec).

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Darum gehts

  • Seit Monaten steigt der Erdölpreis.

  • Die erdölfördernden Staaten können sich auf keine gemeinsame Politik einigen.

  • Am Montag ist eine weitere Verhandlungsrunde geplatzt.

Am Dienstag stieg der Preis für ein Fass Erdöl kurzzeitig auf 77 Dollar. Das ist der höchste Preis seit sechs Jahren. Dafür mitverantwortlich ist die Opec, die internationale Organisation der ölfördernden Staaten. Dazu gehören beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien, Kuwait oder der Iran.

Am Montag war eine anberaumte Sitzung der Opec kurzfristig abgeblasen worden. Zuvor hatte sich abgezeichnet, dass die Mitgliedstaaten erneut keine Einigung erzielen werden können. Darüber schreibt die «NZZ».

Öffentlich ausgetragener Konflikt

Die Opec liegt schon länger in Streit und kann sich nicht auf eine gemeinsame Förderpolitik einigen. Am Montag waren es die Vereinigten Arabischen Emirate, die sich nicht auf eine ursprünglich vorgesehene Anhebung der Erdölförderung einlassen wollte. Darüber berichtet das «Wall Street Journal».

Eigentlich sollte die seit der Corona-Krise gedeckelte Produktion ab August schrittweise weiter angehoben werden. Zudem bestand die Ölmacht Saudi-Arabien darauf, den generellen Produktionspakt vorzeitig zu verlängern. Beide Vorhaben trafen jedoch auf erheblichen Widerstand der Vereinigten Arabischen Emirate. Und anders als sonst wurde der Konflikt öffentlich ausgetragen.

Steigende oder fallende Preise?

Doch wie wird es am Ölmarkt – und damit aller Voraussicht nach auch an den Zapfsäulen weitergehen? Nach Ansicht von Fachleuten sind mehrere Entwicklungen denkbar. Analysten der italienischen Bank Unicredit sehen die Möglichkeit weiter steigender Preise, wenn das unveränderte Angebot auf eine anziehende Nachfrage treffe.

Die Schweizer Bank UBS weist jedoch darauf hin, dass bis August Zeit bleibe, um doch noch eine Einigung in der Opec+ herbeizuführen. Sollten sich in der Folge einzelne Anbieter weniger oder gar nicht mehr an die vereinbarten Produktionsmengen halten, würde das Ölangebot steigen, die Preise könnten also fallen.

Analysten der Bank ING halten sogar einen Preiskrieg zwischen einzelnen Produktionsländern für denkbar. Einen solchen hatten sich Saudi-Arabien und Russland vor gut einem Jahr mitten in der ersten Corona-Welle geliefert. Die Ölpreise waren damals dramatisch eingebrochen.

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(dpa)

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