Hitzige Debatte: Erdogan erhält mehr Kontrolle über Justiz
Aktualisiert

Hitzige DebatteErdogan erhält mehr Kontrolle über Justiz

Eine kaputte Nase und gebrochene Finger sind das Ergebnis von Handgreiflichkeiten im türkischen Parlament während einer Nachtsitzung zur umstrittenen Justizreform.

Nach einer Nachtsitzung und einer Schlägerei zwischen Abgeordneten hat das türkische Parlament am Samstag die im Zuge des Korruptionsskandals vorgeschlagene Justizreform gebilligt. Damit erhält die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mehr Einfluss auf den Rat, der Richter und Staatsanwälte ernennt und beaufsichtigt.

Erdogan hatte die Reform vorgeschlagen, nachdem die Justiz Korruptionsermittlungen gegen zwei seiner Söhne und weitere Verdächtige in seinem Umfeld aufgenommen hatte. Erdogan spricht von einem Komplott. Justiz und Polizei seien von Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen unterwandert. Die Reform wird kritisiert, weil sie die Unabhängigkeit der Justiz beeinträchtigen könnte.

Während der Nachtsitzung gab es Medienberichten zufolge ein Handgemenge zwischen Parlamentariern. Ein Abgeordneter kam danach mit einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus. Ein zweiter brach sich einen Finger, wie Medien berichteten.

(sda)

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