Aktualisiert 17.12.2019 11:51

Flüchtlingsforum

Erdogan lässt Cassis 45 Minuten warten

Am Flüchtlingsforum in Genf wurde mit Spannung der Auftritt des türkischen Präsidenten erwartet. Doch der liess auf sich warten.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist mit einer Verspätung am Flüchtlingsforum in Genf angekommen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist mit einer Verspätung am Flüchtlingsforum in Genf angekommen.

Salvatore di Nolfi
Bundesrat Ignazio Cassis musste seine Rede kurz unterbrechen.

Bundesrat Ignazio Cassis musste seine Rede kurz unterbrechen.

Salvatore di Nolfi
Das Globale Flüchtlingsforum hat am Dienstag, 17. Dezember, in Genf seine Tore geöffnet.

Das Globale Flüchtlingsforum hat am Dienstag, 17. Dezember, in Genf seine Tore geöffnet.

Salvatore di Nolfi

Aussenminister Ignazio Cassis hat am Dienstag in Genf das Globale Flüchtlingsforum eröffnet. Er forderte mit UNO-Generalsekretär António Guterres Taten für die Flüchtlinge. Mit Spannung erwartet wurde der Auftritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Weltweit würden 71 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, darunter befänden sich 26 Millionen Flüchtlinge. Ihre Situation ist gemäss dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR traurig.

Cassis muss Rede unterbrechen

Die internationale Staatengemeinschaft müsse mehr für sie tun, forderte Guterres. Dies gelte insbesondere für die Entwicklungsländer, die unterstützt werden müssten. Rund 80 Prozent der Flüchtlinge würden ausserhalb der reichen Länder in Empfang genommen. Diese Länder müssten mehr Unterstützung erhalten.

Die Türkei ist das Land, das mit über 3,5 Millionen am meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Erdogan selber traf mit einer 45-minütigen Verspätung zur Konferenz ein, was zu einem kurzen Unterbruch der Rede von Cassis führte.

Am Vortag der Konferenz hatten 30 grosse Unternehmen angekündigt, dass sie sich mit 250 Millionen Dollar an der Unterstützung der Flüchtlinge beteiligen werden, unter anderem für deren verbesserte Bildung.

1600 Flüchtlinge in Schweiz aufnehmen

Die Schweiz will in den Jahren 2020 und 2021 1600 Flüchtlinge aufnehmen, um andere Länder zu entlasten. Bis 2022 will das Land das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) mit 125 Millionen Franken unterstützen, wie Cassis sagte.

Das Globale Flüchtlingsforum kommt am Dienstag ein Jahr nach Annahme des Globalen Flüchtlingspakts durch die Vereinten Nationen in Genf zusammen. An dem Treffen nehmen über 2000 Vertreter von UNO-Mitgliedsstaaten, Hilfsorganisationen, Privatwirtschaft sowie religiöse Führer teil. (sda)

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