Türkei: Erdogan legt Dresscode für Angeklagte fest
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TürkeiErdogan legt Dresscode für Angeklagte fest

Am Jahrestag des Putschversuchs kündigt der türkische Präsident an, vor Gericht soll es eine Kleiderordnung «wie in Guatanamo» geben.

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sep
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«Uniform für Terroristen»: Vor dem Gericht in Ankara wird mit hochgehaltener Guantanamo-Kleidung gegen die Angeklagten protestiert. (1. August 2017)

«Uniform für Terroristen»: Vor dem Gericht in Ankara wird mit hochgehaltener Guantanamo-Kleidung gegen die Angeklagten protestiert. (1. August 2017)

Keystone/EPA/TUMAY BERKIN
Die 330 Soldaten sollen in den missglückten Putsch involviert gewesen sein.

Die 330 Soldaten sollen in den missglückten Putsch involviert gewesen sein.

Keystone/EPA/TUMAY BERKIN
Der inhaftierte Zivilist Kemal Barmaz (Mitte) und weitere Soldaten, welche am Putsch-Versuch 2016 teilgenommen haben sollen, werden von türkischen Soldaten ins Gericht innerhalb des Sincan Gefängnisses geführt.

Der inhaftierte Zivilist Kemal Barmaz (Mitte) und weitere Soldaten, welche am Putsch-Versuch 2016 teilgenommen haben sollen, werden von türkischen Soldaten ins Gericht innerhalb des Sincan Gefängnisses geführt.

Keystone/EPA/TUMAY BERKIN

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Dresscode für Angeklagte festgelegt, die im Zuge des gescheiterten Putschversuchs im vergangenen Jahr vor Gericht erscheinen müssen. Für die Verdächtigen werde es zwei Arten von brauner Kleidung geben, sagte er am Samstag bei der Eröffnung eines Stadions in der östlichen Provinz Malatya.

Jene, die den Putsch mutmasslich geplant hätten, sollten Overalls tragen. «Terroristen» würden in Jacken und Hosen vorgeführt. Niemand solle mehr vor Gericht mit Kleidung erscheinen, die er selbst ausgewählt habe.

Erstmals kündigte Erdogan am Jahrestag des Putschversuchs am 15. Juli an, vor Gericht solle es Kleidungsvorschriften «wie in Guantanamo» geben. Tage zuvor war ein Ex-Soldat mit der Aufschrift «Hero» (Held) auf seinem T-Shirt vor Gericht erschienen. Dutzende wurden wegen des Verdachts der Terrorpropaganda verhaftet, weil sie T-Shirts mit ähnlichen Aufdrucken trugen. (sep/dapd)

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