Aktualisiert 10.07.2020 14:30

Hagia Sophia

Erdogan macht aus weltbekanntem Museum jetzt eine Moschee

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat offenbar den Weg frei gemacht, damit die Hagia Sophia in Istanbul künftig als Moschee genutzt werden kann.

von
Ann Guenter
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Die Hagia Sophia (griechisch: Heilige Weisheit) wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches.

Die Hagia Sophia (griechisch: Heilige Weisheit) wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches.

keystone-sda.ch
Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum an.

Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum an.

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Hinter dem Verein, der gegen diesen Beschluss geklagt hatte, steht offenbar ein pensionierter Lehrer, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Rückumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zu erwirken.

Hinter dem Verein, der gegen diesen Beschluss geklagt hatte, steht offenbar ein pensionierter Lehrer, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Rückumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zu erwirken.

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Darum gehts

  • Die Hagia Sopha in Istanbul soll künftig als Moschee genutzt werden.
  • Der Status des Bauwerks ist ein Politikum.
  • Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP fordert schon lange die Umwandlung zur Moschee.
  • Griechenland und Russland sind wegen der Bedeutung der Hagia Sophia für die Orthodoxie dagegen.

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Weg frei gemacht, damit das Gebäude Hagia Sopha in Istanbul künftig als Moschee genutzt werden kann.

Das Gericht annullierte den Status der einstigen Kirche als Museum. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Eine Begründung der Entscheidung lag zunächst nicht vor.

Erstmals am 15. Juli als Moschee genutzt?

Wann das Gebäude zum ersten Mal als Moschee genutzt wird, ist noch unklar. In Medien wurde als Datum der 15. Juli – der Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei – genannt. Nach Angaben der Zeitung «Hürriyet» wird die Gerichtsentscheidung innerhalb der nächsten 30 Tage umgesetzt.

Vor der Hagia Sophia in der Istanbuler Altstadt sammelte sich spontan eine Gruppe Befürworter der Entscheidung. Sie riefen «Allahu Akbar!" ("Gott ist gross!"). Die Polizei sperrte den Platz vor der Hagia Sophia ab. Beamte der Einsatzpolizei brachten sich in Stellung, es blieb aber zunächst ruhig.

Ein Politikum

Der Status des Bauwerks ist ein Politikum. Anhänger der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP fordern seit langem, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen. Vor allem Griechenland und Russland sind wegen der Bedeutung der Hagia Sophia für die Orthodoxie gegen eine Änderung des Status.

Die Entscheidung könnte die Spannungen zwischen der Türkei und dem Nachbarn Griechenland weiter verschärfen, die sich ohnehin schon um Erdgas im östlichen Mittelmeer streiten.

Die Hagia Sophia (griechisch: Heilige Weisheit) wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches. In ihr wurden die Kaiser gekrönt. Nach der Eroberung des damaligen Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 wandelte Sultan Mehmet II. («Der Eroberer») die Hagia Sophia in eine Moschee um. Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum an.

Lebensaufgabe eines Lehrers

Hinter dem Verein, der gegen diesen Beschluss geklagt hatte, steht nach Angaben von Anadolu ein pensionierter Lehrer, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Rückumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zu erwirken. Der Anwalt des klagenden Vereins, Selami Karaman, bestätigte die Entscheidung auf Anfrage der dpa zunächst nicht.

Auch als Moschee könnten Touristen die Hagia Sophia besichtigen, ähnlich wie die nahe gelegene Blaue Moschee in der Istanbuler Altstadt. Im vergangenen Jahr zog die Hagia Sophia nach offiziellen Angaben 3,7 Millionen Besucher an. Sie war damit das meistbesuchte Museum in der Türkei.

Die Kirche ohne Vorbilder

Zur Hagia Sophia?

Die Hagia Sophia ist eine von 532 bis 537 n. Chr. erbaute ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde und bis heute als Museum genutzt wird. Sie befindet sich in Eminönü, einem Stadtteil im europäischen Teil Istanbuls. Nach dem Niederbrennen zweier Vorläuferbauten verfolgte Kaiser Justinian mit dem Bau einer Kuppelbasilika im 6. Jahrhundert n. Chr. ein besonders ambitioniertes baupolitisches Programm. Sie ist dabei nicht nur die letzte der spätantiken Grosskirchen, die seit Konstantin dem Grossen im Römischen Reich errichtet wurden, sondern gilt in ihrer architektonischen Einzigartigkeit oft als eine Kirche ohne Vorbilder und ohne Nachahmung.

Berühmt ist die Hagia Sophia vor allem wegen der rund 56 Meter hohen Kuppel, die nahezu schwerelos über dem Hauptraum zu schweben scheint. Im Inneren sind die Wände mit byzantinischen Mosaiken und Marmor verziert. Um dem Bilderverbot im Islam gerecht zu werden, müssten die Mosaiken während des islamischen Gebets abgedeckt werden. (SDA/Wikipedia)

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92 Kommentare
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ExtemisMalis

11.07.2020, 17:19

Ablenkung und Provokation sonst nichts anderes... Was soll das? Wieso hat wohl Atatürk es zu einem Museum umgewandelt? Gibt es nicht genügend Moscheen in Istanbul?? Ich bin Türke aber genug ist genug Erdi schadet nur der Türkei und sein ENDE wird kommen und der nicht schön sein. Auf den Tag stosse ich mit einem feinem RAKI an...

Kerem

11.07.2020, 12:38

Ja genau, die Türken müssen sogar nachfragen ob sie aufs Klo gehen können.. habt ihr sonst irgendwelche Wünsche

Ayasofyacamii

11.07.2020, 10:42

Ich freue mich schon sehr darauf, bald mein Gebet dort verrichten zu können.