Erdogan will gegen PKK kämpfen
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Erdogan will gegen PKK kämpfen

Die türkische Regierung hat am Sonntag ihre Entschlossenheit bekräftigt, Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK auch im Nordirak militärisch zu bekämpfen.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einer Rede am Vorabend des 84. Jahrestags der Gründung der türkischen Republik: «Ich möchte noch einmal erklären, dass der Kampf mit Entschlossenheit fortgesetzt wird, den wir gegen verräterische, separatistische Terrorostenangriffe führen, die unsere Einheit und verfassungsmässige Ordnung zerstören wollen.»

Der türkische Aussenminister Ali Babacan distanzierte sich bei einem Besuch in Teheran zwar von der Behauptung seines iranischen Kollegen Manutschehr Mottaki, Israel und die USA unterstützten kurdischen Separatisten im Nordirak. Er denke nicht, dass Washington hinter den Angriffen der Rebellen stecke, sagte Babacan. Ankara werde aber das Notwendige tun, um sie zu stoppen.

Die US-Streitkräfte erklärten unterdessen, dass sie nicht gegen PKK-Kämpfer vorgehen würden. Dies sei nicht Aufgabe seiner Truppen, erklärte General Benjamin Mixon am Freitag. Die türkischen Streitkräfte haben im Grenzgebiet zum Irak örtlichen Medienberichten zufolge 100.000 bis 150.000 Soldaten für einen Einsatz gegen die PKK zusammengezogen. In dem Gebiet werden bis zu 4.000 PKK-Kämpfer vermutet, die auch Stützpunkte im Nordirak haben sollen. Gespräche zwischen türkischer und irakischer Regierung über Massnahmen gegen die Rebellen wurden am Freitag ergebnislos beendet.

In mehreren türkischen Städten demonstrierten am Wochenende tausende Menschen gegen die PKK und kritisierten die ihrer Ansicht nach mangelnde Unterstützung des Auslands. Ein 15-Kilometer-Lauf über die Bosporusbrücke in Istanbul wurde am Sonntag zu einer Anti-PKK-Protest. Die Läufer riefen: «Nieder mit der PKK» und «Jeder Türke ist ein geborener Soldat».

In den vergangenen Wochen haben PKK-Kämpfer nach türkischen Angaben bei Anschlägen mindestens 42 Menschen getötet, darunter 30 Soldaten. Acht Soldaten wurden gefangengenommen. Die Rebellen zeigten sich inzwischen zu deren Freilassung bereit. PKK-Sprecher Abdul Rahman al Khaderkhi sagte in der nordirakischen Stadt Sulaimanije, seine Gruppe arbeite an einer entsprechenden Erklärung.

Das Parlament in Ankara hat die Regierung im Kampf gegen die PKK zu einem militärischen Einmarsch im Nordirak ermächtigt. Eine Entscheidung darüber dürfte aber erst nach einem Treffen Erdogans mit US-Präsident George W. Bush am 5. November in Washington fallen, wie Generalstabschef Yasar Büyükanit andeutete. Erdogan betonte allerdings, die Türkei werde sich das Datum von niemandem vorschreiben lassen.

Bei Kämpfen in der südosttürkischen Provinz Tunceli wurden am Sonntag 15 Rebellen getötet, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Das Gouverneursamt der nicht an den Irak angrenzenden Provinz bestätigte bewaffnete Zusammenstösse, aber nicht die Zahlenangaben. (dapd)

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