Erdogan will im Nahost-Konflikt vermitteln
Aktualisiert

Erdogan will im Nahost-Konflikt vermitteln

Israel hat am Sonntag erstmals vom türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan Besuch erhalten. Dieser bot sich in Jerusalem als Vermittler im Nahost-Konflikt an.

Nach einem Gespräch mit Staatspräsident Mosche Katzav in Jerusalem betonte Erdogan, Ankara wolle weiterhin «als Garant für den Frieden in der Region dienen».

Am Abend traf Erdogan auch mit Ministerpräsident Ariel Scharon zusammen. Dabei seien Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit beider Länder besprochen sowie ein Informationsaustausch bei der Bekämpfung des Terrorismus verabredet worden.

Auf dem Programm stand auch ein Besuch der Holocaust- Gedenkstätte Jad Vaschem. Der Israel-Besuch wird als Anzeichen für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern gesehen. Diese hatten seit Beginn der El-Aksa-Intifada gelitten.

Waffengeschäfte

Israel und die Türkei unterhalten enge wirtschaftliche und militärische Kontakte. Nach israelischen Medienberichten soll während Erdogans Besuch ein Millionenvertrag über den Kauf israelischer unbemannter Kleinflugzeuge (Drohnen) unterzeichnet werden.

Zudem werde erwartet, dass Israel und die Türkei erneut eine Vereinbarung über die Aufrüstung von Kampfflugzeugen des Typs Phantom unterzeichnen.

An diesem Montag besucht Erdogan die Palästinensergebiete. In Ramallah sind ein Treffen mit Präsident Mahmud Abbas und Ministerpräsident Ahmed Korei sowie ein Besuch am Grab von Jassir Arafat vorgesehen.

Erdogan bereist Israel und die Palästinensergebiete an der Spitze einer grossen Delegation von vier Ministern und rund 100 Geschäftsleuten. (sda)

Deine Meinung