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Alta, NorwegenHier spült ein Erdrutsch acht Häuser ins Meer

Es dauerte nur wenige Minuten, dann waren acht Häuser im norwegischen Ort Alta Geschichte. Ein Erdrutsch hat sie in den Fjord gespült.

von
Fee Anabelle Riebeling

Hier gleiten acht Häuser ins Meer.

Twitter/Jan Egil Bakkeby

Darum gehts

  • Im norwegischen Alta ist es zu einem spektakulären Bergrutsch gekommen.
  • Acht Häuser wurden dabei ins Meer gespült.
  • Die Ursache liegt im Untergrund, konkret in der speziellen Beschaffenheit des Erdreichs.

Der kleine Ort Alta in Norwegen ist um acht Häuser ärmer. Nachdem sich bereits einen Tag zuvor ein grosser Riss in der Strasse aufgetan hatte, setzte sich am Morgen des 3. Juni 2020 plötzlich das Erdreich mitsamt den Gebäuden darauf in Bewegung (siehe Video).

Die gespenstische Szenerie hat Anwohner Jan Egil Bakkeby festgehalten. Er selbst hat sich gerade noch retten können, berichten norwegische Medien. Sein gesamtes Hab und Gut habe er jedoch in diesem Moment an den Altafjord verloren. Zunächst war nicht klar, ob Menschen in den Häuser waren. Inzwischen gab die Feuerwehr Entwarnung.

Verhängnisvoller Untergrund

Laut ersten Analysen war eine Schicht aus sogenanntem Quickton für den verhängnisvollen Erdrutsch verantwortlich. Dabei handelt sich um eine feine, wasserhaltige Ablagerung, die sich während der letzten Eiszeit gebildet hat. Quickton entsteht,wenn sich in salzreichen Gewässern feine Sedimente ablagern. Daher findet man es vor allem entlang der Küste.

Das Problem hat gemäss Spektrum.de «zwei verhängnisvolle Besonderheiten, die es unter bestimmten Bedingungen instabil machen.» So sorgt das eingelagerte Salz zwar für Festigkeit, allerdings kann genau dieses auch leicht ausgewaschen werden – etwa durch Regen. Geschieht das, wird der Untergrund instabil. Daher reicht heute oft schon eine kleine Erschütterung, um schon bei geringer Hangneigung grosse Flächen zum Abrutschen zu bringen.

Wenn das geschieht, treten Scherkräfte auf. Das heisst, wenn die Flächen in Relation zueinander verschoben werden, wird Quickton dünnflüssiger.

Aufgrund dieser Eigenschaften kommt es immer wieder zu Erdrutschen, bei denen ganze Landstücke wegdriften – so wie nun in Alta, wo vermutlich der starke Regen der letzten Zeit das Ganze ausgelöst hat.

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21 Kommentare
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N.N.

04.06.2020, 23:05

Unheimlich und Katastrophal

Präastronautiker Experte

04.06.2020, 22:23

Wir hoffen doch das den meisten menschen bewusst ist das sie gerade in der sogenannten "endzeit" leben? Offenbar nicht wenn wir sehen das sie glauben der klimawandel sei mensch gemacht und es sie nicht interessiert das magnetfeld am kippen ist und die sonne gerade ein langes minimum durchmacht bevor sie......bis 2025.....bereinigt!

Norge

04.06.2020, 21:26

Schauspiel????? Würde mich auf das "Schauspiel" freuen, wenn das Tamediaredaktionsgebäude zusammenfällt... Einfach weil "Schauspiel" so was schönes ist ..