Italien: Erfolg für Berlusconis Erzfeind vom TV
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ItalienErfolg für Berlusconis Erzfeind vom TV

Der italienische Starmoderator Michele Santoro kann einen ersten Erfolg in seinem Streit mit dem italienischen Staatsfernsehen RAI feiern.

Michele Santoro.

Michele Santoro.

Der Journalist erhob Einspruch gegen den Beschluss des RAI-Vorstands, ihn für zehn Tage zu suspendieren und ihm in diesem Zeitraum kein Honorar zu zahlen.

Mit Santoros Antrag wird die Sendesperre ausser Kraft gesetzt, bis ein Arbeitsgericht über den Fall entscheidet. Die Sendesperre war als Disziplinarmassnahme für die Beleidigung des RAI-Direktors Mauro Masi während einer Sendung am 22. September verhängt worden.

Wegen Kritik am Präsidenten gefeuert?

Zahlreiche Medien gehen davon aus, dass Santoro in Wahrheit für seine Kritik an Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestraft worden sei. Santoro hatte angekündigt, in «allen möglichen Instanzen» gegen die Disziplinarmassnahme vorgehen zu wollen.

Santoro gilt seit langem als Erzfeind Berlusconis. Der Premier hatte Santoro und den inzwischen verstorbenen Starjournalisten Enzo Biagi im Jahre 2002 aus der RAI gedrängt. Deren Sendungen hätten ihn Millionen Stimmen bei den Wahlen 2001 gekostet, hatte er behauptet.

Ein Jahr später hatte Santoro einen Prozess gegen die RAI gewonnen. In der Folge musste ihn das Staatsfernsehen wieder anstellen.

Meistgesehene Sendung

Im September 2009 hatte Santoro das Callgirl Patrizia D'Addario interviewt, das eine Nacht mit Berlusconi verbracht haben soll. Auch das Thema Medienfreiheit und die Interessenskonflikte Berlusconis standen immer wieder im Mittelpunkt der über zweistündigen Show, die hohe Einschaltquoten meldete.

5,5 Millionen Italiener verfolgten in den vergangenen Monaten regelmässig die Show. Diese zählt damit zu Berlusconis Ärger zu den meistgesehenen RAI-Sendungen. (sda)

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