Aktualisiert 16.05.2010 21:43

ÖlkatastropheErfolg im Kampf gegen Ölleck - dank Robotern

Endlich eine Erfolgsmeldung aus den USA: Laut BP kann jetzt der grösste Teil des Öls in ein Tankschiff abgepumpt werden.

Im Kampf gegen das austretende Öl im Golf von Mexiko hat der Konzern BP erstmals einen wichtigen Erfolg erzielt: Den Experten gelang es, ein Rohr in die zerstörte Steigleitung zu setzen, um das hervorsprudelnde Öl in einen Tanker abzupumpen. Die Vorrichtung sei erfolgreich angebracht worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag. Der grösste Teil des Öls könne nun aufgefangen werden.

Ingenieure hatten drei Tage daran gearbeitet, das Rohr in 1600 Metern Tiefe an die Leitung anzuschliessen. Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern gelang es nun, das 15 Zentimeter dicke Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53 Zentimeter breite Leitung zu stecken. Zuvor waren mehrere Versuche gescheitert, das Bohrloch zu verschliessen oder das austretende Öl abzupumpen.

Riesige Ölfahnen unter der Oberfläche

Am 20. April hatte es eine Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» vor der US-Golfküste gegeben. Die Plattform sank zwei Tage später im Meer. Seitdem flossen rund 800 000 Liter Öl täglich unkontrolliert ins Meer und lösten eine Ölpest aus. Neben der sichtbaren Verschmutzung auf der Meeresoberfläche gibt es darunter auch riesige Ölfahnen mit bis zu 16 Kilometern Länge und 1,6 Kilometern Breite, wie die Meereswissenschaftlerin Samantha Joye am Samstag mitteilte. «Es könnte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis sich das System von der Einleitung solch grosser Mengen Öl und Gas erholt.»

Trotz der Umweltkatastrophe wird es nach Ansicht von BP-Chef Tony Hayward auch in Zukunft Ölbohrungen in grossen Meerestiefen geben. Genauso wenig wie das Unglück von Apollo 13 zum Ende der Raumfahrt geführt habe oder schwere Flugzeugunglücke die Menschen abgehalten hätten, weiter zu fliegen, werde das Ölleck zum Ende der Suche nach Ölfeldern in tiefen Gewässern führen, sagte Howard am Samstag in einem BBC-Interview. (sda)

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