Gütschbahn Luzern: Erfolglose Suche nach Ticketautomaten
Aktualisiert

Gütschbahn LuzernErfolglose Suche nach Ticketautomaten

Seit Samstag ist die Gütschbahn wieder in Betrieb. Nun stehen schon die ersten Probleme an: Weder bei der Berg- noch bei der Talstation können die Fahrgäste Tickets lösen.

von
Angela Schwery
1 / 8
Seit Samstag endlich wieder offen: die neue Gütschbahn.

Seit Samstag endlich wieder offen: die neue Gütschbahn.

20 Minuten/as
Ernüchterung an der Talstation: kein Ticketautomat weit und breit. Nur ein Entwertungskasten für bereits gekaufte Tickets steht da.

Ernüchterung an der Talstation: kein Ticketautomat weit und breit. Nur ein Entwertungskasten für bereits gekaufte Tickets steht da.

20 Minuten/as
Auch an der Bergstation lässt sich kein Ticketautomat finden.

Auch an der Bergstation lässt sich kein Ticketautomat finden.

20 Minuten/as

Mehrere Personen tummeln sich an der Talstation der Gütschbahn. Einige davon sind etwas verwirrt: «Ich habe hier einen Ticketautomaten erwartet, aber es ist keiner da», sagt Kari Müller aus Malters. Tatsächlich: Die VBL bestätigen, dass an der Tal- wie auch an der Bergstation kein Automat für Tickets steht und es auch keinen geben wird. «Die Digitalisierung nimmt immer mehr zu, deshalb sehen wir die Zukunft des Ticketskaufs in der ÖV-Ticket-App», so Beat Nater, Leiter Betrieb und Markt bei der VBL.

Und was ist mit der älteren Generation? «Ältere Personen werden oft unterschätzt – sehr viele davon können durchaus mit dieser neuen Technik umgehen.» Trotzdem gibt es noch einige Personen, die das Ticket gerne auf die gewohnte Weise lösen möchten – und zwar am Ticketautomaten. Nater: «Bei der Talstation können die Fahrgäste die Tickets gleich bei der nächsten Bushaltestelle ‹Gütsch› lösen.» Ein entsprechendes Informationsschild der VBL weise die Fahrgäste vor Ort darauf hin. Doch: Die nächste Busstation ist knapp 100 Meter von der Gütschbahn-Station entfernt. «Ich finde das etwas mühsam und nicht gerade kundenfreundlich», so Müller.

«Das animiert ja zum Schwarzfahren»

Auch bei der Bergstation ist die Suche nach einem Ticketautomaten erfolglos: Dort müssen die Fahrgäste ihre Tickets an der Hotelreception des Château Gütsch beziehen. «Unsere Reception ist jeden Tag 24 Stunden offen – so können die Fahrgäste jederzeit Tickets für die Fahrt mit der Gütschbahn kaufen», sagt Tim Moitzi, Hotelmanager der Château Gütsch AG. Die Fahrgäste werden zudem laut Moitzi an der Bergstation nicht im Stich gelassen: «Bei der Station ist ein Schild, auf dem steht, dass die Tickets an der Reception erhältlich sind», so Moitzi.

Was für den Hotelmanager einfach erscheint, ist längst nicht für alle Fahrgäste klar: «Ich finde, die VBL haben das sehr kompliziert gelöst. Die hätten lieber gleich bei den Stationen einen Ticketkasten hingestellt», so Ferdinand Baumann aus Luzern. Zudem verleite dieses System dazu, sich unkorrekt zu verhalten: «Das animiert ja förmlich zum Schwarzfahren – auch ungewollt. Man denkt ja gar nicht an ein Ticket, wenn da kein Billettkasten steht», sagt Baumann weiter.

Der Betrieb läuft gut

Trotz vielen kritischen Stimmen ist die Château Gütsch AG zufrieden: «Der Bahnbetrieb läuft sehr gut, wir mussten sogar nach zwei Tagen schon Tickets bei den VBL nachbestellen», so Moitzi. Die Hotelrezeption verkauft Kurzstreckentickets und Tageskarten der Zone 10, wobei laut Moitzi Tageskarten am besten laufen: «Mit der Tageskarte erreichen unsere Hotelgäste etwa auch das Verkehrshaus oder das Löwendenkmal.»

Die VBL freuen sich ebenfalls über die bisherige Nutzung der Gütschbahn. Auch in Bezug auf die Ticketsituation ist man zuversichtlich: «Ich denke, dass wir uns für die kundenfreundlichste Lösung entschieden haben», so Nater. Doch wie beim Busfahren wird auch bei der Gütschbahn kein Schwarzfahren toleriert: «Die VBL werden ab und zu Stichproben durchführen», so Nater.

Deine Meinung