Aktualisiert 17.12.2004 13:11

Erfurter Schüler droht im Internet mit Anschlag auf Lehrer

Der Schüler kündigte einen Anschlag auf die Lehrer seiner Schule an un nahm Bezug auf das Massaker in einem Erfurter Gymnasium im April 2002.

Wie der Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft, Michael Hess, am Freitag sagte, hatte der 19-Jährige als Motiv Frust über bestimmte Dinge angegeben und sich mit seiner Drohung ausdrücklich auf das Verbrechen vom 26. April 2002 bezogen, bei dem ein ehemaliger Schüler des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums 16 Schüler und Lehrer und anschliessend sich selbst getötet hatte. Die Staatsanwaltschaft hat am Freitag beim Amtsgericht Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren gestellt. Waffen wurden nicht gefunden.

Laut Hess hatte der Schüler ganz allgemein einen Anschlag auf die Lehrer seiner Schule angekündigt und unter anderem mit Bezug auf das Massaker am Gutenberg-Gymnasium geschrieben: «Ich sage nur, der 26. 4. wird Realität.» Den Angaben zufolge hatte der Schüler am Dienstagabend zwischen 21.00 und 22.00 Uhr den Text mit «bedrohendem Inhalt» in das Internet-Gästebuch des Buchenberg-Gymnasiums gestellt, dessen 12. Klasse er besucht. Laut Hess wurden darin Lehrer namentlich bedroht.

Nachdem die stellvertretende Direktorin des Gymnasiums Anzeige erstattet habe, sei die Kriminalpolizei auf die Spur des 19-Jährigen gekommen. Die Vernehmung und eine anschliessende Hausdurchsuchung habe ergeben, dass der Schüler nicht ernsthaft vorgehabt habe, ein Blutbad am Buchenberg-Gymnasium anzurichten. Es seien auch keine Waffen gefunden worden.

Das Thüringer Kultusministerium lobte die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Schulamt und Schule. Nach der Aufklärung und der Ermittlung des Täters könnten Schüler und Lehrer ihre Schule wieder mit gutem Gefühl besuchen, sagte Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt. (dapd)

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