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Hitchcock-MuseErgraute Sexgöttin Kim Novak wird 80

Sie gilt als die letzte Sexgöttin des klassischen Hollywoods: «Vertigo«-Star Kim Novak. Die Schauspielerin stand vor 20 Jahren das letzte Mal vor der Filmkamera. Nun wird die Hollywood-Legende 80.

von
mor

Hollywoods frühere Sexgöttin Kim Novak hat sich ins ländliche Oregon abgesetzt, doch manchmal tritt der «Vertigo«-Star noch ins Rampenlicht. Am Mittwoch, den 13. Februar 2012, feiert die Schauspielerin ihren 80. Geburstag. Sie sei stolz darauf, in Hollywood Spuren zu hinterlassen, säuselte Kim Novak im vorigen April - gerade 79 Jahre alt - vor dem Grauman's Chinese Theatre in Los Angeles.

Dort machte sich die Schauspielerin bereitwillig Hände und Schuhe schmutzig, als sie auf dem Vorplatz des historischen Kinos ihre Abdrücke in den feuchten Zement setzte. Neben Kollegen wie Charlie Chaplin, Frank Sinatra, Clark Gable und Marilyn Monroe.

Novak hatte kurz vor ihrem seltenen Hollywoodauftritt schon für Schlagzeilen gesorgt. Vor der Oscar-Verleihung wetterte sie über den französischen Regisseur Michel Hazanavicius, weil er in seinem Stummfilm «The Artist» Musik aus Alfred Hitchcocks «Vertigo» (1958) verwendet hatte. Im Branchenblatt «Variety» schimpfte Novak, sie fühle sich, als ob «mein gesamtes Werk von dem Film verletzt wurde».

Markenzeichen: Kühle

Novak war gerade 24 Jahre alt, als sie in dem düsteren Thriller eine mysteriöse Doppelgängerin spielte. Neben James Stewart jagte sie einem Millionenpublikum eine Gänsehaut ein. Sexy, blond und kühl - das war das Erfolgsrezept von Kim Novak, der «Sharon Stone der 50er Jahre».

Mächtige Hollywoodbosse hatten das junge Fotomodell zur Sexgöttin hochstilisiert, Alfred Hitchcock machte sie unvergesslich. Doch Novak grenzte sich schon früh von der Traumfabrik ab. «Sie wollten mich komplett verändern», erinnerte sich die Schauspielerin später: «Es war immer so, als müsste ich darum kämpfen, etwas von meinem wirklichen Ich zu zeigen.»

Aus Protest gegen die Vereinnahmung durch die Studios flüchtete sie schon früh in die abgelegene Aussteiger-Gegend um Big Sur, dann weiter nördlich in den Nachbarstaat Oregon. Mit ihrem zweiten Ehemann, einem Tierarzt, und Pferden und Lamas lebt sie seit den 1980er Jahren auf einer Ranch. Für den Thriller «Liebestraum» war sie 1991 zum letzten Mal vor die Kamera getreten.

Beginn mit Kühlschrank-Werbung

Als Marilyn Pauline Novak kam die Tochter tschechischer Eltern 1933 in Chicago zur Welt. Ihr Show-Talent stellte sie erstmals als «Miss Deep Freeze» auf einer Kühlschrank-Werbetour quer durch die USA unter Beweis. In Hollywood jobbte sie kurz als Fotomodell und erhielt 1953 ihre erste Rolle in «The French Line» an der Seite von Jane Russell.

Harry Cohn, der Boss des Columbia Studios, entdeckte die talentierte Blondine und baute sie zum neuen Star auf. Novak sollte die schwierige Rita Hayworth ablösen. Nach wenigen Filmen wie «Pushover» (1954) und «Phffft» (1954) wurde sie durch die Kinohits «The Man with the Golden Arm» und «Picnic» schnell zum internationalen Star.

Ihre 12 Columbia-Filme brachten dem Studio Millionengewinne und Novak den Ruf als Sexgöttin ein. Für Schlagzeilen sorgten auch ihre Beziehungen zu Stars wie Frank Sinatra, Cary Grant, Sammy Davis Jr. und Ali Khan.

Nach einem Auftritt in der Fernsehserie «Falcon Crest» erhielt die Schauspielerin Ende der 80er Jahre noch einmal einige Filmrollen. An der Seite von Oscar-Gewinner Ben Kingsley wirkte sie 1990 in dem Drama «The Children» mit. (mor/sda)

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