Aktualisiert 30.06.2020 15:52

Ursprung in Russland?

Erhöhte Radioaktivität in Nordeuropa festgestellt

Gleich mehrere europäische Länder haben im Juni erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen. Wer dafür verantwortlich ist, ist noch unklar.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Auf Twitter gab Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), bekannt, dass in den letzten Tagen in Nordeuropa erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Diese sei für den Menschen zwar ungefährlich, aber doch so hoch, dass sie detektiert werden konnte.

Auf Twitter gab Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), bekannt, dass in den letzten Tagen in Nordeuropa erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Diese sei für den Menschen zwar ungefährlich, aber doch so hoch, dass sie detektiert werden konnte.

KEYSTONE
Dazu veröffentlichte Zerbo eine Landkarte, auf der das mutmassliche Herkunftsgebiet der erhöhten Radioaktivität markiert ist. Es befindet sich demnach grösstenteils in Russland, aber auch in Teilen Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Norwegens.

Dazu veröffentlichte Zerbo eine Landkarte, auf der das mutmassliche Herkunftsgebiet der erhöhten Radioaktivität markiert ist. Es befindet sich demnach grösstenteils in Russland, aber auch in Teilen Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Norwegens.

Twitter/Lassina Zerbo
 Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte bereits, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden. Die Emissionen hätten «im fraglichen Zeitraum nicht die Kontrollwerte überschritten», so ein Sprecher laut der russischen Nachrichtenagentur TASS. (Im Bild: Gelände des Kernkraftwerks Leningrad, einschliesslich der Baustelle des Kernkraftwerks Leningrad II)

Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte bereits, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden. Die Emissionen hätten «im fraglichen Zeitraum nicht die Kontrollwerte überschritten», so ein Sprecher laut der russischen Nachrichtenagentur TASS. (Im Bild: Gelände des Kernkraftwerks Leningrad, einschliesslich der Baustelle des Kernkraftwerks Leningrad II)

Wikimedia Commons/Saibo/PD

Darum gehts

  • In den vergangenen Tagen wurde an mehreren Orten in Nordeuropa erhöhte Radioaktivität gemessen.
  • Der Ursprung ist noch unklar.
  • Als eine Möglichkeit wird Westrussland genannt.
  • Der russische Atomkonzern Rosenergoatom widerspricht den Äusserungen aber.

Messstationen in Schweden, Finnland und Norwegen haben in den vergangenen Tagen eine leicht erhöhte Radioaktivität festgestellt. «Es wurden sehr niedrige Werte der radioaktiven Substanzen Cäsium-134, Cäsium-137, Cobalt-60 und Ruthenium-103 gemessen», teilte Lassina Zerbo, Generalsekretär der Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO), auf Twitter mit.

Zerbo bezeichnete die Werte auf Twitter als ungefährlich für den Menschen. Allerdings seien sie auch hoch genug, um von den Überwachungsstationen erfasst zu werden.

«Höchstwahrscheinlich aus einer zivilen Quelle»

Dazu veröffentlichte Zerbo eine Landkarte, auf der das mutmassliche Herkunftsgebiet der erhöhten Radioaktivität markiert ist. Es befindet sich demnach grösstenteils in Russland, aber auch in Teilen Finnlands, Schwedens, Dänemarks und Norwegens.

«Diese Isotope stammen höchstwahrscheinlich aus einer zivilen Quelle», twitterte Zerbo in einem weiteren Post. Er deutet damit auf eine Quelle hin, die mit der Produktion von Atomstrom und nicht mit Atomwaffen zu tun hat, wie ScienceAlert.com einordnet.

Wo die Radioaktivität ihren Ursprung hat, verrät Zerbo nicht: Zwar sei seine Behörde in der Lage, die wahrscheinliche Region der Quelle anzugeben, «aber es liegt ausserhalb des Mandats der CTBTO, den genauen Ursprung zu identifizieren.»

Russland widerspricht

Das niederländische Institut für Volksgesundheit und Umwelt (RIVM) teilte mit, dass aufgrund der «Kombination von Radionukliden auf Schäden an einem Brennelement in einem Atomkraftwerk» geschlossen werden könne. Weiter hiess es, dass «die Radionuklide aus der Richtung Westrussland» kommen. Eine genauere Bestimmung sei jedoch nicht möglich.

Der russische Atomkonzern Rosenergoatom erklärte währenddessen, in seinen Atomkraftwerken Leningrad und Kola seien keine Fehler festgestellt worden. Die Emissionen hätten «im fraglichen Zeitraum nicht die Kontrollwerte überschritten», sagte ein Sprecher laut der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Ausser Russland betreiben in der Region auch Finnland und Schweden Atomkraftwerke. Auch dort wurde kein Zwischenfall gemeldet.

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20 Kommentare
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Simon Logisch

30.06.2020, 08:29

Komisch, dachte der Wind kommt im sommer vom Atlantik richtung Festland. Und das ausbreitungen von einem Punkt weggehen und nicht auf einen Punkt zulaufen. Aber ich bin ja kein Meteorologe und Physiker und Suchmaschienen kann ich auch nicht bedienen.

Dyatlov

30.06.2020, 08:14

Completely normal phenomenon

Stralenschmutzbehörde

30.06.2020, 08:06

Es hat nie und zu keiner Zeit jemals eine Gefahr für Mensch und Tier bestanden.