Trockenheitsschäden: «Erhöhte Risiken bestehen in fast allen Wäldern»
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Trockenheitsschäden«Erhöhte Risiken bestehen in fast allen Wäldern»

Der trockene Sommer 2018 hat in vielen Wäldern bleibende Schäden hinterlassen. Man müsse sich daran gewöhnen, dass der Besuch im Wald gefährlicher werde, sagt ein Experte.

von
lha
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Die Hälfte des Hardwalds, dem grössten Wald in der Region Basel ist zurzeit Sperrzone. Ein rasche Erholung ist nicht absehbar. Die Forstbetriebe in der Region sind am Limit.

Die Hälfte des Hardwalds, dem grössten Wald in der Region Basel ist zurzeit Sperrzone. Ein rasche Erholung ist nicht absehbar. Die Forstbetriebe in der Region sind am Limit.

Bürgergemeinde Basel
Weitere Waldgebiete in der Region Basel könnten demnächst gesperrt werden, weil die Forstbetriebe nur beschränkte Ressourcen haben, um die nötigen Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen.

Weitere Waldgebiete in der Region Basel könnten demnächst gesperrt werden, weil die Forstbetriebe nur beschränkte Ressourcen haben, um die nötigen Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen.

Screenshot SRF
Laut neusten Zahlen des Amts für Wald beider Basel sind über 20 Prozent der Waldfläche in beiden Kantonen von Trockenheitsschäden betroffen. Überall gelte ein erhöhtes Risiko beim Waldbesuch.

Laut neusten Zahlen des Amts für Wald beider Basel sind über 20 Prozent der Waldfläche in beiden Kantonen von Trockenheitsschäden betroffen. Überall gelte ein erhöhtes Risiko beim Waldbesuch.

Bürgergmeinde Basel/Sabina Roth

Der Wald verspricht an heissen Tagen Schatten und ein kühleres Mikroklima. Allerdings leidet er auch zunehmend unter den Sommermonaten. Die ausserordentliche Trockenheit letztes Jahr hat in beiden Basel vielerorts bleibende Schäden hinterlassen. Gemäss neusten Zahlen, die dem Amt für Wald beider Kantone vorliegen, sind Streuschäden auf mehr als 20 Prozent der Waldfläche festgestellt worden. Besonders stark betroffene Waldgebiete mussten deshalb sogar gesperrt werden.

Wegen der anhaltenden Trockenheit wird es wohl bald noch mehr Sperrzonen geben. In Diskussion stünden Waldgebiete in Reinach und im Raum Bubendorf, sagt Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel auf Anfrage. In einer am Freitag versandten Mitteilung wird grundsätzlich gewarnt: «Erhöhte Risiken bestehen derzeit in fast allen Wäldern der beiden Basel.»

Forstbetriebe am Limit

«Wir wollen keine Panik verbreiten», relativiert Meier. Von einer Waldkatastrophe, wie etwa in der jurassischen Ajoie, könne noch keine Rede sein. Fakt ist allerdings: «Man muss sich daran gewöhnen, dass man nicht mehr überall unbesorgt im Wald unterwegs sein kann», so Meier.

Eine rasche Entspannung der Situation ist nicht zuletzt wegen der aktuellen Wetterlage nicht in Sicht. Allerdings auch, weil die Forstbetriebe nur über beschränkte Ressourcen verfügen und die notwendigen Sicherheitsmassnahmen nicht überall gleichzeitig vorgenommen werden könnten, heisst es. Gesperrte Waldgebiete seien darum konsequent zu meiden, mahnt das Amt für Wald. Auch temporäre Schliessungen gelte es zu respektieren.

Hitzeopfer Buche

Am stärksten unter der Trockenheit gelitten hat die Buche. Aber auch andere Laubbäume wie die Eiche, Esche oder der Ahorn sind vereinzelt abgestorben. Betroffen sind vor allem ältere Bäume, indes trifft es bei den Nadelbäumen auch jüngere Gewächse. Das Absterben bei den Nadelhölzern gehe meist einher mit einem Befall durch Borkenkäfer. Bei Buchen und Fichten ist es laut Meier fraglich, ob sie langfristig in besonders betroffenen Gebieten wie dem Hardwald überhaupt noch bestehen können.

Mittlerweile wurde eine Task-Force eingesetzt, die das Amt bei der Erarbeitung eines Wiederherstellungsprogramms für den gebeutelten Wald in der Region Basel unterstützen soll. Es ist gut möglich, dass der Artenmix in den heimischen Wäldern künftig anders sein wird. Man müsse sich jetzt überlegen, welche Baumarten langfristig geeignet seien, so Meier. Eine sorgfältige Evaluation brauche aber Zeit.

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