Nach einem Tag rausgeworfen: Reha-Klinik stellt Eric Weber vor die Tür

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Nach einem Tag rausgeworfenReha-Klinik stellt Eric Weber vor die Tür

Der Neonazi und verurteilte Wahlfälscher wurde im Oktober für seine insgesamt vierte Legislaturperiode in das baselstädtische Parlament gewählt. Danach zog er sich offenbar in eine deutsche Klinik zurück, um sich von Erschöpfungssyptomen zu erholen. Am nächsten Morgen stand er vor der Tür.

von
Steve Last
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Eric Weber musste nach einem Tag eine Rehabilitations-Klinik in Deutschland verlassen.

Eric Weber musste nach einem Tag eine Rehabilitations-Klinik in Deutschland verlassen.

20 Minuten
Der rechtsradikale Politiker und verurteilte Wahlfälscher ist für seine skurrilen Auftritte bekannt, wie hier bei den Grossratswahlen 2012.

Der rechtsradikale Politiker und verurteilte Wahlfälscher ist für seine skurrilen Auftritte bekannt, wie hier bei den Grossratswahlen 2012.

bz
Auch zeigt sich Weber gerne mit jüngeren Frauen in der Öffentlichkeit.

Auch zeigt sich Weber gerne mit jüngeren Frauen in der Öffentlichkeit.

zvg

Darum gehts

  • Der Basler Rechsextremist Eric Weber hat in einer deutschen Rehabilitations-Klinik Hausverbot bekommen.

  • Er soll sich dort aufgehalten haben, um sich von Erschöpfungssymptomen zu erholen.

  • Die Klinikleitung wirft ihm den Versuch vor, mit einem rechtsextremistischen Youtube-Video eine Mitpatientin zu indoktrinieren.

  • Daraufhin sei am Morgen nach Webers Ankunft eine disziplinarische Entlassung verfügt worden.

Eric Weber wurde nach knapp einem Tag Aufenthalt in einer Rehabilitations-Klinik in Deutschland vor die Tür gestellt. Die Klinikleitung habe den Schweizer Politiker, Neonazi und verurteilten Wahlfälscher aus disziplinarischen Gründen entlassen. Weber soll versucht haben, eine Mitpatientin zu indoktrinieren, indem er Werbung für ein Youtube-Video mit rechtsextremistischem Inhalt gemacht hat, wie der «Sonntagsblick» berichtet.

Weber, der im Oktober für seine insgesamt vierte Legislaturperdiode in das baselstädtische Kantonsparlament gewählt wurde, habe sich fünf Wochen lang in der Klinik in Bad Mergentheim (D) von Erschöpfungssymptomen erholen wollen. Dies geht aus dem Entlassungsbericht hervor, der 20 Minuten vorliegt. Darin steht: «Er präsentierte sich dabei manipulativ und prahlerisch und versuchte eine Mitpatientin durch Werbung für einen Youtube-Film mit rechtsextremistischem Inhalt zu indok­trinieren». Ansonsten seien bei Weber ausser einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung keine gesundheitlichen Einschränkungen festgestellt worden.

«Politisch motiviert»

Gegenüber dem «Sonntagsblick» zeigt sich Weber mit der Klinikleitung nicht einverstanden. Sein Rausschmiss sei «lächerlich» und «politisch motiviert». «Nur weil der Klinikleitung meine Ansichten nicht passen, können die mich doch nicht einfach vor die Tür stellen», wird er zitiert. Er wolle gegen den Entscheid Klagen und eine Beschwerde bei der Landesärztekammer einreichen.

Eric Weber bestätigt die Vorkommnisse auf Anfrage von 20 Minuten. Die Mitpatientin habe ihn gefragt, was er mache. Er habe gesagt, er sei Grossrat. «Das darf ich», so Weber. Die Frau habe ihn daraufhin auf Google gesucht und gemäss Weber dieses Video von ihm gefunden, in dem er sich mehrfach fremdenfeindlich äussert. Am folgenden Morgen sei er ins Büro des Klinikleiters zitiert und per sofort rausgeschmissen worden.

Als Grund für seinen Aufenthalt in der Klinik nennt Weber eine Reihe von Problemen – familiär, wirtschaftlich und psychisch – mit denen er Anfang Jahr zu kämpfen gehabt habe. Seit seiner Wahl sei er aber «überglücklich».

Die Klinik konnte am Sonntag keine Stellung zum Vorfall nehmen.

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