Eingebildete Bedrohung: Eric Weber wegen falschen Alarms verurteilt
Aktualisiert

Eingebildete BedrohungEric Weber wegen falschen Alarms verurteilt

Der Basler Polit-Querulant Eric Weber wurde am Dienstag zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte die Polizei wegen linken Chaoten alarmiert, die ihn angeblich bedrohten.

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Der Basler Polit-Querulant Eric Weber auf dem Marktplatz im Februar 2016, wo er eine Pegida-Demonstration abhalten wollte, die verhindert wurde. Am Dienstag, 5. Februar 2019, wurde er vom Basler Strafgericht verurteilt.

Der Basler Polit-Querulant Eric Weber auf dem Marktplatz im Februar 2016, wo er eine Pegida-Demonstration abhalten wollte, die verhindert wurde. Am Dienstag, 5. Februar 2019, wurde er vom Basler Strafgericht verurteilt.

Keystone/Georgios Kefalas
Weber kassierte eine Geldstrafe wegen falschen Alarms. Er rief, ausgerechnet als er vor dem Gericht stand, die Polizei, weil er sich von Chaoten bedroht fühlte. Als die Polizei mit 18 Mann anrückte, fand sie aber keine Bedrohung vor. Weber versuchte sich im Vorfeld des Prozesses auf Flugblättern als Justizopfer zu inszenieren.

Weber kassierte eine Geldstrafe wegen falschen Alarms. Er rief, ausgerechnet als er vor dem Gericht stand, die Polizei, weil er sich von Chaoten bedroht fühlte. Als die Polizei mit 18 Mann anrückte, fand sie aber keine Bedrohung vor. Weber versuchte sich im Vorfeld des Prozesses auf Flugblättern als Justizopfer zu inszenieren.

20 Minuten
Weber in Jubelpose vor dem Strafgericht Basel-Stadt, nachdem er am 1. Dezember 2014 wegen Wahlfälschung zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde.

Weber in Jubelpose vor dem Strafgericht Basel-Stadt, nachdem er am 1. Dezember 2014 wegen Wahlfälschung zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde.

20 Minuten

Eric Weber hat am Dienstag vom baselstädtischen Strafgericht wegen falschen Alarms 20 Tagessätze à 30 Franken aufgebrummt erhalten. Frei gesprochen wurde er von den Vorwürfen der Rassendiskriminierung und Urkundenfälschung.

Zur Verhandlung kam es, weil Weber einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft nicht akzeptiert hatte. Letztere hatte Anzeigen wegen drei verschiedenen ausländerfeindlichen Flugblättern zusammen mit jeweils einer für falschen Alarm bei der Polizei und für eine Urkundenfälschung in Form einer Text-Änderung in einem Mail behandelt.

Beim falschen Alarm ging es um einen Anruf bei der Polizei, als sich Weber auf der Strasse von linken Chaoten bedroht wähnte. Die angerückten 18 Beamten erkannten dann jedoch kein Problem.

Der Einzelrichter räumte ein mögliches Bedrohungsgefühl ein, doch all das Schlimme, von dem Weber berichtet hatte, habe sich vor jenem Ort zugetragen, von dem er dann anrief – just dem Gerichtsgebäude. Dort sah der Richter «keinen Hinweis auf eine Notsituation».

Flyer unter Limit

Die Flugblätter warben für Webers Gruppierung «Volksaktion gegen zuviele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat (VA) - Liste Ausländerstopp». Die Flyer bringen Afrikaner mit Drogenhandel, Vergewaltigungen und ähnlichem in Verbindung, was die Staatsanwaltschaft als «pauschalisierende Herabsetzung» und daher Verletzung der Antirassismus-Strafnorm wertete.

Der Verteidiger hingegen argumentierte, die Begriffe «Afrikaner», «Ausländer» und «Asylanten» bezeichneten gar keine Rasse, Ethnie oder Religion, weshalb diese Strafnorm hier nicht greife. Der Richter sah das gleich und sprach Weber frei. Unerheblich war, dass Weber die Urheberschaft für das dritte Flugblatt mit VA-Logo abstritt, was ihm der Richter aber nicht glaubte.

Vorbestrafter Wahlfälscher

Die Staatsanwaltschaft warf Weber Urkundenfälschung vor, weil er den Titel einer Kundgebungs-Bewilligung der Polizei vor dem Weiterleiten an Medien mit einer ausländerfeindlichen Formulierung ergänzt hatte. Die Anklage argumentierte, Weber habe so seine xenophobe Haltung «in unzulässiger Weise als für die Behörden salonfähig» darstellen wollen.

Für den Verteidiger ist schon der Name von Webers Gruppierung klar genug; die Korrektur ändere inhaltlich kaum etwas. Dem schloss sich der Richter an und sprach Weber frei – man kenne Weber ja.

Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, der Staatsanwalt hatte 150 Tagessätze zu 30 Franken gefordert – je 40 für rassistische Flyer, 20 für die Urkundenfälschung und 10 für den falschen Alarm.

Eric Weber stand nicht zum ersten Mal vor Gericht: Er war mehrfach als Wahlfälscher verurteilt worden, zuletzt 2017 vom Bundesgericht. (sda)

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