Über 300'000 Klicks: Eritreische Flüchtlinge landen viralen Musikhit
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Über 300'000 KlicksEritreische Flüchtlinge landen viralen Musikhit

Sie kamen, weil sie vor ihrer Regierung flohen. In Fribourg haben sich fünf Flüchtlinge aus Eritrea zusammengeschlossen und eine Band gegründet – mit Erfolg.

von
bus

Die fünf Jungs der Royal Band aus dem Kanton Freiburg fallen auf. Nicht nur wegen ihrer schrillen Kleidung, sondern auch wegen ihrer Vorgeschichte: Sie sind Flüchtlinge aus Eritrea, die sich in der Schweiz kennengelernt und gemeinsam eine Band gegründet haben. Und das mit Erfolg: Der Clip zu ihrem Song «Shrboki» wurde bereits über 300'000 Mal angeklickt.

Geflohen vor dem Militärdienst

Geflohen sind Sänger Seare Debesay und seine vier Bandkollegen Nazrawi, Gere, Jemane und Tesfit aus dem fast endlosen Militärdienst, wie die «Freiburger Nachrichten» schreiben. Drei von ihnen sind heute anerkannte Flüchtlinge, zwei wurden vorläufig aufgenommen.

«Musik ist für uns alles», sagt Nazrawi. «Wir können unsere Gefühle rauslassen und dem Alltag entfliehen.» Mittlerweile ist das Musizieren neben der Berufsschule zu ihrer Hauptbeschäftigung geworden.

Musik als Begleiter

Die Musik hat sie auch schon vor ihrer Flucht in die Schweiz begleitet. So spielt der 19-jährige Gere die Krar – ein in Äthiopien und Eritrea verbreitetes traditionelles Zupfinstrument – seit seiner Kindheit.

Doch die Musik der Band ist alles andere als traditionell. Die Beats setzen sich aus Reggae, Disco, Country und R'n'B zusammen. «Auch arabische Elemente sind zu hören», sagen die fünf Freunde weiter.

«Wir wollen berühmt werden»

In den Texten verarbeiten sie ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit, besingen die Liebe und erzählen vom Leben der Soldaten während des 30-jährigen Unabhängigkeitskrieges ihres Landes.

Mit ihrem Konzept wollen die fünf Musiker hoch hinaus, wie sie den «Freiburger Nachrichten» erzählen: «Wir wollen mit anderen Musikern aus der Schweiz zusammenspielen», sagt Nazrawi, «und ja, wir wollen auch berühmt werden.»

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