Erkennst du den Unterschied? - Neue Brücke über den Rhein hat «Zwilling» im Tessin
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Zwillingsbrücken Erkennst du den Unterschied?

In einem gemeinsamen Projekt wollen die Gemeinden Au und Lustenau eine Brücke über den Rhein bauen. Das Siegerprojekt hat frappante Ähnlichkeiten mit einer Brücke im Tessin.

von
Leo Butie
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Die Brücken wurden vom gleichen Ingenieurstudio entworfen. Der Entwurf links soll dereinst zwischen Au SG und Lustenau (AT) stehen, während die Brücke rechts bereits heute Ascona TI mit Locarno TI verbindet.

Die Brücken wurden vom gleichen Ingenieurstudio entworfen. Der Entwurf links soll dereinst zwischen Au SG und Lustenau (AT) stehen, während die Brücke rechts bereits heute Ascona TI mit Locarno TI verbindet.

cablex AG/Communications / Studio Giorgio Masotti
Diese Brücke konnte den Wettbewerb für eine neue Brücke zwischen Au und Lustenau für sich entscheiden.

Diese Brücke konnte den Wettbewerb für eine neue Brücke zwischen Au und Lustenau für sich entscheiden.

Studio Giorgio Masotti
Im Tessin steht bereits eine Brücke, die grosse Ähnlichkeiten mit der dereinstigen Brücke im Rheintal aufweist. 

Im Tessin steht bereits eine Brücke, die grosse Ähnlichkeiten mit der dereinstigen Brücke im Rheintal aufweist.

cablex AG/Communications

Darum gehts

  • Eine neue Brücke soll die Gemeinden Au SG und Lustenau (AT) verbinden.

  • Für die Ausschreibung wurde ein Wettbewerb durchgeführt.

  • Gewonnen hat ein Tessiner Ingenieurbüro – und dafür 30’000 Franken erhalten.

  • Das Siegerprojekt hat grosse Ähnlichkeiten mit einer Brücke im Tessin.

  • Trotzdem sind alle Verantwortlichen zufrieden mit ihrer Wahl.

Der Rhein trennt die Schweizer Gemeinde Au SG von der österreichischen Gemeinde Lustenau. Um die Gemeinden direkter zu verbinden, soll nun eine neue Brücke für Fussgänger und Velofahrer entstehen. In einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wurde das «Leuchtturmprojekt» in Angriff genommen und ein Wettbewerb lanciert. Verschiedene Büros und Teams haben an diesem teilgenommen und ihre besten Entwürfe eingesendet.

Eine zehnköpfige Jury entschied sich schliesslich für das Projekt des Tessiner Ingenieurbüros Giorgio Masotti. «Der Entscheid war einstimmig», sagt Christian Sepin, Gemeindepräsident von Au.

Waren sich der Ähnlichkeit nicht bewusst

Das Ingenieurbüro von Giorgio Masotti hat bereits viele Brücken entworfen und erbaut. Eine davon ist die 163 Meter lange Fussgängerbrücke zwischen Ascona TI und Locarno TI, welche im Juni 2020 fertiggestellt wurde. Darüber berichtete kürzlich das Online-Portal «Die Ostschweiz».

Wie in der Bildstrecke zu sehen ist, weist diese grosse Ähnlichkeiten mit dem Siegerprojekt auf, welches in naher Zukunft entstehen soll. Die Ähnlichkeiten waren den Gemeinden nicht bewusst. «Das war uns nicht klar», gesteht Sepin ein. Trotzdem möchte man beim Entscheid bleiben. «Die Brücke wird ein Unikat sein», so Sepin.

Auch Kurt Fischer, Bürgermeister von Lustenau, ist gleicher Meinung. «Das war so nicht gewollt», sagt Fischer. Man würde sicherlich die Handschrift des Architekten erkennen. Die Teilnehmer des Wettbewerbs mussten Referenzen aufführen, wo auch die Tessiner Brücke dabei war. Doch zu guter Letzt wurden lediglich die Projekte der Finalisten begutachtet.

Trotz der Ähnlichkeiten ist auch Fischer zufrieden mit der Wahl. «Die Brücke hat die Jury in jeder Hinsicht überzeugt», sagt Fischer. Auch lobt er die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden. «Man hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Brücke erbaut», sagt Fischer. Er würde die Passerelle aber anschauen, falls er bald ins Tessin gehen würde.

Der Vergleich sei grundlos

Giorgio Masotti, Inhaber des gleichnamigen Ingenieurbüros, weist die Vorwürfe zurück, dass es sich um eine Kopie der Brücke in Ascona handelt. «Die Brücke zwischen Ascona und Locarno erfüllt einen völlig anderen Zweck», sagt Masotti zu 20 Minuten. Klar gäbe es einen architektonischen Stil, doch ansonsten sei der Vergleich grundlos. «Es ist sicherlich keine Standard-Brücke. Diese wurde speziell für Au und Lustenau entworfen», so Masotti. Zudem sei die Brücke von den Dimensionen anders und in einer anderen Landschaft eingebettet, das muss man auch berücksichtigen.

Schlussendlich sei man glücklich, dass man den Wettbewerb für sich entscheiden konnte. «Diese Brücke zwischen zwei Ländern hat eine grosse Wirkung», sagt Masotti abschliessend.

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