Keine Jets mehr: «Erleichterung für lärmgeplagte Anwohner»

Aktualisiert

Keine Jets mehr«Erleichterung für lärmgeplagte Anwohner»

Die Schweizer Armee will aus Spargründen auch den Militärflugplatz Sitten schliessen. Stadtpräsident Marcel Maurer nimmt Stellung.

von
dp

Herr Maurer, Sie hatten sich aktiv gegen die Militärjets eingesetzt. Was sagen Sie zum Entscheid der Armee, den Militärplatz Sitten aufzugeben?

Wir wollten zwar einen Militärplatz, aber ohne die lauten Jets. Wir haben mehrere Versuche unternommen, um unseren Anliegen Gehör zu verschaffen. Allerdings ohne Erfolg. Die Entscheidung der Armee basiert auf rein ökonomischen Gründen.

Was bedeutet die Schliessung des Flugplatzes für Sitten? Der Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet spricht von einer «wirtschaftlichen Katastrophe für das Wallis und für Sitten». Es stehen 150 Arbeitsplätze auf dem Spiel…

So weit würde ich nicht gehen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir den zivilen Flugplatz aufrechterhalten können. Wenn gewisse Elemente, wie die Instandhaltung des Rollfelds, die Schneeräumung und ein Teil der Angestellten beibehalten würden, wären wir nicht weit von dem entfernt, was wir wollen.

Sie befürchten also keine negativen Konsequenzen für Wirtschaft und Tourismus?

Wenn es uns gelingt, den zivilen Flughafen aufrechtzuerhalten und auszubauen, könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Denkbar wäre, dass der zivile Flughafen halb von öffentlicher, halb von privater Hand finanziert würde.

Das heisst, es bleibt bei den Plänen, nächstes Jahr wieder Linienflüge von Easyjet und Air Berlin anzubieten?

Genau.

Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung?

Für die Mehrheit der Bevölkerung sind die lärmigen Militärflugzeuge ein grosses Problem. 56 Prozent der Sittener Bevölkerung haben sich gegen sie ausgesprochen. Militärflugzeuge sind viel lauter als Zivilflugzeuge. Der Lärm wird durch die umliegenden Berge noch verstärkt. Ausserdem liegt der Flugplatz auch in unmittelbarer Nähe der Stadt.

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