Aktualisiert 04.02.2004 10:29

Erleichterung über Juppés Entscheid

Die französische Regierung hat sich erleichtert über den Verbleib des Vorsitzenden der Regierungspartei UMP, Alain Juppé, in seinem Amt gezeigt.

Juppé hatte trotz einer Verurteilung in einer Finanzaffäre am Dienstagabend überraschend im Fernsehen erklärt, er werde seine Ämter bis zu einem Berufungsverfahren weiter ausüben.

Der konservative Politiker ist Vorsitzender der Regierungspartei UMP, Bürgermeister von Bordeaux und Abgeordneter. Premierminister Jean-Pierre Raffarin habe Juppé seine «volle Unterstützung» zugesichert, bestätigte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Paris.

Scharfe Kritik äusserten hingegen Grüne und Sozialisten, die Juppé als «Schutzschild» von Präsident Jacques Chirac bezeichneten. Auch Chirac ist in die Parteienfinanzierungsaffären verwickelt, kann jedoch wegen seiner Immunität als Präsident nicht belangt werden.

Das Gericht hatte Juppé zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, was einen Entzug des passiven Wahlrechts für zehn Jahre zur Folge hat. Gegen das Urteil hat Juppé Berufung eingelegt.

Noch vor wenigen Wochen hatte der konservative Politiker seinen Rücktritt angekündigt, wenn das das Gericht ihm das passive Wahlrecht entziehen sollte.

(sda)

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